Symbolbild: Ein Polizist in Hessen, Frankfurt am Main

Die Kriminalität im Bundesland Hessen hat einen „historischen Tiefstand“ erreicht. 2020 sank die Zahl der Straftaten im vierten Jahr in Folge, wie der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) am Freitag mitteilte. Einen deutlichen Anstieg gab es bei rechts-und linksextremistisch motivierten Delikten.

Mit 342.423 registrierten Fällen sei im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um etwa 6,1 Prozent festgestellt worden – der „niedrigste gemessene Wert seit 40 Jahren“, berichtete das hessische Innenministerium in einer Pressemitteilung. Dennoch sei ein starker Zuwachs im Bereich der „politisch motivierten Kriminalität“ (PMK) festzustellen: Rechts- und linksextremistische Straftaten stiegen demnach im Vergleich zu 2019 um 52 Prozent.

Wurden 2019 noch 920 Taten mit rechtem Gedankengut als Motiv festgestellt, liegt die Zahl für das vergangene Jahr bei 1270 registrierten Fällen. Beuth begründet den Zuwachs mit der Vielzahl von Hasskommentaren im Internet mit Bezug zur Ermordung des CDU-Politikers Walter Lübcke und dem Anschlag von Hanau.

Der größte Anstieg wurde jedoch laut Innenministerium bei Verbrechen von Linksextremisten festgestellt –„mit 682 gemeldeten Straftaten“. Das sei „ein massiver Anstieg um 463 Straftaten (+ 211 Prozent)“.

Auch im Bereich der Kinderpornografie wurden deutlich mehr Delikte aktenkundig. Mit 1449 Fällen kam es 2020 im Vergleich zum Vorjahr zu einem Anstieg um 44,5 Prozent. Die hessische LKA-Präsidentin Sabine Thurau unterstrich in diesem Zusammenhang den „Kampf gegen Sexualstraftäter“ – dieser habe höchste Priorität. Zu diesem Zweck sei eine neue Sondereinheit ins Leben gerufen worden. „Das ist höchst belastend für unsere Ermittlerinnen und Ermittler, die täglich eine Vielzahl an Missbrauchsdarstellungen sichten und kriminalistisch bewerten müssen“, sagte Thurau.

TRT Deutsch