Symbolbild: Eine Mitarbeiterin mit Kopftuch im Krankenhaus.  (dpa)
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Der Herner Integrationsrat hat die Einigung im Kopftuchstreit mit dem Krankenhausträger St. Elisabeth-Gruppe begrüßt. Nach Diskriminierungsvorwürfen vonseiten der Studierenden der Bochumer Ruhr-Uni lenkte die katholische Krankenhausgruppe ein und erlaubt künftig das Tragen eines „Dienst-Kopftuchs“. Der Vorsitzende des Integrationsrates, Ibrahim Baltacı, nannte den Schritt „eine Win-Win-Situation für alle“, wie das Nachrichtenportal „WAZ“ am Mittwoch berichtete.

„Für mich war es wirklich nur eine Frage der Zeit, wann die Gesellschaft die Notwendigkeit der Öffnung der konfessionellen Institutionen für muslimische, kopftuchtragende Mitarbeiterinnen erkennt und dies von den entsprechenden Einrichtungen einfordert“, unterstrich Baltacı.

Diese Entscheidung sei für alle Beteiligten eine „gute Lösung“. Gerade in Zeiten des Personalmangels würden sich so für Krankenhäuser neue Möglichkeiten zur Personalbeschaffung entwickeln. Auf der anderen Seite biete die Entscheidung auch Musliminnen mit Kopftuch die Chance, einen neuen Berufsweg einzuschlagen. Die Entscheidung sollte Vorbild für weitere Einrichtungen werden, so Baltacı.

Ruhr-Uni: Lösung passt zu den Werten der Universität

Bereits vergangene Woche hatte der Rektor der Ruhr-Universität Bochum, Martin Paul, die Entscheidung des Krankenhausträgers begrüßt. Die Lösung passe „zu den Werten der Ruhr-Universität Bochum wie Diversität, Toleranz und kulturelle Sensibilität“, erklärte er. Auch Andrea Tannapfel, Medizin-Dekanin der Ruhr-Uni, bedankte sich bei den Studierenden und den beteiligten Krankenhäusern.

Medial bekannt wurde der Streit um das Kopftuch-Verbot mit dem Fall einer Praktikantin. Die 24-Jährige wurde nach zwei Wochen Dienst im Krankenhaus wegen ihres Kopftuchs nach Hause geschickt. Sie trat ein Praktikum im St. Marien Hospital in Eickel an, welches zum Krankenhausträger St. Elisabeth-Gruppe gehört.

TRT Deutsch