(Symbolbild.) Ein Kind sitzt in einer Ecke und legt beide Hände auf sein Gesicht.

Immer wieder gibt es Vorwürfe gegen das Jugendamt, wonach türkischstämmige Kinder aus haltlosen Gründen ihren Familien weggenommen werden. Dazu hat die Stiftung für politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Forschung (SETA) am Donnerstag einen Bericht veröffentlicht.

Die Zahl der Inobhutnahmen von türkischen Einwandererkindern durch das Jugendamt stieg demnach in den vergangenen Jahren „drastisch“ an.

„Wir hoffen, dass diese Studie dazu beiträgt, die Probleme zwischen dem Jugendamt und den türkischen Familien besser zu analysieren und zu verstehen“, sagte die SETA-Mitarbeiterin und Mitverfasserin Zeliha Eliaçık gegenüber TRT Deutsch.

Tuba Sarıaltın, eine weitere Verfasserinn, sagte, den meisten Einwandererfamilien sei die Abwicklung des Jugendamtes fremd und viele seien hinsichtlich ihrer Recht nicht ausreichend aufgeklärt. „Dieser Bericht soll einen Einblick in die Arbeit des Jugendamtes geben und über die eigenen Rechte aufklären. Er könnte sogar als ein grober Leitfaden für die türkische Minderheit dienen“, so Sarıaltın.

Fikret Yaman, ebenfalls ein Mitverfasser, sagte, Deutschland sei im internationalen Vergleich eines der Länder, in denen die meisten Kinder und Jugendlichen in Obhut genommen würden. Deshalb sei es notwendig, „die Zusammenarbeit zwischen Jugendämtern und Einwandererfamilien zu verbessern.“

Für türkischstämmige Bürger ist es laut den Verfassern des Berichts unvorteilhaft, dass es keinen Austausch mehr zwischen den Jugendämtern und dem türkischen Konsulat gebe. Das habe vorher besser funktioniert.

Ein Grund dafür sei, dass alle nach 2000 in Deutschland geborenen Kinder türkischer Eltern ungeachtet ihrer Herkunft als Deutsche gelten. Türkische Familien, deren Kinder unter Schutz des Jugendamtes gestellt werden, sollten deshalb darauf aufmerksam gemacht werden, sich bei türkischen Vertretern zu melden. Dann könne das türkische Konsulat Hilfestellung leisten.

TRT Deutsch