Fetullah Gülen, Sektenführer und FETÖ-Gründer (AP)

Die „Rheinische Post“ hat in einem Bericht vor der Intransparenz der Fetullahistischen Terrororganisation (FETÖ) und den womöglich erschlichenen Fördergeldern in Nordrhein-Westfalen gewarnt. Obwohl die betroffenen Schulen ihre Verbindungen zur Sekte leugneten, seien diese stark erkennbar. Zwischen 2019 und 2020 habe das dunkle Netzwerk vom Sozialministerium und fünf Bezirksregierungen fast drei Millionen Euro für vermeintliche Jugend- und Flüchtlingsprojekte bekommen. Förderungen für Kindergärten, Privatschulstandorte und Integrationskurse seien in diesen Betrag noch nicht eingerechnet. Fördermittel zur Sektenfinanzierung statt Jugendarbeit Doch auch weitere Steuergelder seien in die Sekte geflossen. So habe etwa eine Duisburger Privatschule von FETÖ eine Fernreise in das afrikanische Land Nigeria organisiert - gefördert durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR). Reiseziel sei die Nile University gewesen, eine Universität, die ebenfalls zum Gülen-Netzwerk gehört. Gekostet habe die Exkursion den Steuerzahler 18.200 Euro, sechs Jugendliche und zwei Betreuer hätten an der Reise teilgenommen. Der LVR habe dabei nicht gewusst, dass er zur Sektenarbeit beigetragen habe. Es sei eine täuschende Methode gewesen, welche die Terrororganisation des öfteren genutzt habe. So habe das Bundesland offensichtlich aus Unwissenheit auch FETÖ-Vereinen aus anderen Städten Gelder zukommen lassen, nur um die Einbindung der Jugendlichen in die internationalen Sekten-Strukturen der Gülenisten zu ermöglichen. Laut dem Bericht haben Genehmigungsbehörden insgesamt 135.600 Euro für Reisen nach Tansania, Äthiopien, Mosambik, Ägypten und Bosnien spendiert. Die Kooperationspartner seien immer dieselben gewesen: Vereine des Gülen-Netzwerks. Zweifel an den Intentionen der Sekte in Deutschland wachsen Langsam trete nun ein Sinneswandel bei den Behörden und Verbänden ein und die Förderer seien dabei, den Betrug der Sekte zu erkennen. Sowohl die zahlreichen Mobbing-Berichte von Aussteigern als auch die Involvierung von Sektenmitgliedern beim Putschversuch in der Türkei 2016 hätten dazu beigetragen, die Machenschaften des Netzwerks aufzudecken. So habe etwa der Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands NRW die Inbetriebnahme eines weiteren Gülen-Vereins abgelehnt. Dem Medienbericht zufolge soll Landesgeschäftsführer Christian Woltering erklärt haben, der Umgang mit der Sekte werde jetzt überprüft. „Aktuell werden keine Organisationen aus dem Gülen-Spektrum in den Paritätischen NRW neu aufgenommen“, so Woltering gegenüber der Zeitung.

TRT Deutsch