Vatikan-Finanzaufsicht: 15 Geldwäsche-Verdachtsfälle im vergangenen Jahr

Die Finanzaufsicht des Vatikan (AIF) hat im vergangenen Jahr 15 Geldwäsche-Verdachtsfälle an die Staatsanwaltschaft übergeben. Die Finanzwächter hätten im vergangenen Jahr insgesamt 64 Hinweise auf „verdächtige Aktivitäten“ erhalten, schrieb die Behörde in ihrem am Freitag veröffentlichten Jahresbericht. Präventiv seien 2019 drei Überweisungen von insgesamt 240.000 Euro gestoppt und Konten mit rund 179.000 Euro eingefroren worden. In den Verdachtsfällen gehe es vor allem um international organisierten Betrug, etwa Steuerhinterziehung oder Unterschlagung, hieß es in dem AIF-Bericht weiter. Papst Franziskus hat den Kampf gegen finanzielle Ungereimtheiten und Affären im Vatikan zu einer seiner Prioritäten erklärt. Anfang dieser Woche erließ der Papst ein neues Gesetz, das für mehr Transparenz bei Ausschreibungen im Vatikan sorgen soll. Ein Expertengremium des Europarats gegen Geldwäsche soll zudem noch in diesem Jahr eine Evaluation der Reformen im Vatikan vornehmen. Die AIF war 2010 unter dem emeritierten Papst Benedikt XVI. (2005 - 2013) gegründet worden. Im vergangenen Jahr war die AIF selbst Gegenstand eines Skandals um Kirchenspenden gewesen, die für fragwürdige Immobiliengeschäfte in London verwendet worden sein sollen.

AFP