Die Aufnahmen der Sicherheitskamera beim Anschlag gegen die Gurbet AG (IHA)

Seit Monaten erschüttert eine Anschlagsserie die türkischstämmigen Bürger in der Schweiz. Wie die Schweizer Tageszeitung „Blick“ am Sonntag berichtete, führen die Spuren immer wieder zu Anhängern der Terrororganisation PKK. Nach den Angriffen seien im Internet wiederholt anonyme Bekennerschreiben aufgetaucht, die eine Nähe zur PKK offenbarten. Die Täter konnten bisher trotzdem nicht gefasst werden.

Der jüngste größere Angriffe wurde vor zwei Wochen auf die Döner-Produktionsfirma Gurbet AG in Dulliken im Kanton Solothurn verübt. Die unbekannten Täter setzten bei ihrem Anschlag eine chemische Substanz ein und beschmierten die Fabrikwand unter anderem mit „Hoch lebe die PKK“. Der Unternehmensinhaber Suat Şahin ruft die verantwortlichen Behörden auf, aktiv gegen die PKK zu werden.

Versuchter Bombenanschlag gegen türkische Dachorganisation

Bereits Mitte April war das Auto eines türkischstämmigen Mannes in Basel angegriffen worden und Anfang Mai musste die Polizei wegen eines versuchten Bombenanschlags gegen die Türkische Gemeinschaft Schweiz (TGS) ausrücken.

Die TGS ist eine Dachorganisation der türkischen NGOs in der Schweiz und vertritt mit fast 100 Vereinen sowie 13 Verbänden die meisten türkischen Zusammenschlüsse im Land. Vorsitzender der TGS ist Şerif Yıldız. Dieser war nach eigenen Angaben bereits selbst mehrmals bedroht worden. Die Sicherheitsbehörden müssten alles tun, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, sagte Yıldız.

Ja zur Beobachtung, nein zum Verbot

Der Schweizer Nachrichtendienst NDB beobachtet die Aktivitäten der PKK seit langem - ein Verbot gibt es jedoch nicht. Forderungen aus der Politik und aus Ankara bleiben ungehört. Die Alpenrepublik ist eines der wichtigsten Rückzugs- und Finanzierungsgebiete der Terrororganisation. Die Aktivitäten reichen von Schutzgelderpressung, Rekrutierung neuer Mitglieder bis hin zu gewaltsamen Anschlägen. Zu der jüngsten Anschlagsserie will sich der NDB laut Medienbericht nicht äußern.

Die Terrororganisation PKK wird in der Schweiz vor allem von Linksradikalen und kurdischstämmigen Extremisten unterstützt. Insbesondere seitdem der syrische PKK-Ableger YPG den Norden Syriens besetzt hält und alternative Gesellschaftsmodelle propagiert, hat die Organisation wieder mehr Zulauf gewonnen. Nach Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs reisten sogar einzelne Schweizer in das Land, um den bewaffneten Kampf der Terroristen zu unterstützen.

TRT Deutsch