Symbolbild: Hauptplatz in Linz an der Donau, Landeshauptstadt von Oberösterreich (Others)

Der ersten Hochrechnung zur Landtagswahl in Oberösterreich zufolge kann die Österreichische Volkspartei (ÖVP) unter Landeshauptmann Thomas Stelzer mit 37,7 Prozent ihren ersten Platz klar behaupten. Gegenüber der vorangegangenen Wahl im Jahr 2015 legt sie nach den ersten Zahlen leicht um 1,3 Prozent zu.

Kickl stärkt mit radikalem Anti-Impf-Kurs seine Konkurrenz

Die rechtspopulistische FPÖ bleibt mit 20,2 Prozent zwar auf dem zweiten Platz, verliert aber ein Drittel ihrer Wählerstimmen und stürzt um 10,2 Prozent ab. Landeschef Manfred Haimbuchner gilt als innerparteilicher Kritiker des radikalen Kurses von Parteichef Herbert Kickl.

Allerdings kann sich auch dieser nicht als Sieger fühlen: Trotz seiner radikalen Impfkritik im Wahlkampf profitierte nicht seine Partei, sondern die neu gegründete „Querdenker“-Partei Menschen Freiheit Grundrechte (MFG) von den weit verbreiteten Desinformationskampagnen gegen die Corona-Schutzimpfung.

Die MFG, die Gegnerschaft gegen die Corona-Maßnahmen und die Schutzimpfung mit Religionskritik und Forderungen nach Umverteilung verbindet, erreicht bei ihrem ersten Wahlantritt in Oberösterreich 7,5 Prozent.

Die oppositionellen Sozialdemokraten (SPÖ) stagnieren der ersten Hochrechnung zufolge bei 18,3 Prozent. Die Grünen, die im Bund mit der ÖVP von Bundeskanzler Sebastian Kurz regieren, können mit einem Plus von etwa einem Prozent und 11,4 Prozent insgesamt ihren jüngsten Abwärtstrend aufhalten.

Einzug der NEOS noch unsicher

Die liberalen NEOS scheitern nach derzeitigem Stand trotz leichter Gewinne mit 3,9 Prozent an der Vier-Prozent-Hürde. Die Auszählung der Großstädte könnte allerdings noch Einiges an diesem Resultat ändern.

Stelzer regierte bislang in einer Koalition mit der FPÖ. Über künftige Koalitionspräferenzen hielt er sich im Wahlkampf weitgehend bedeckt. Er kann voraussichtlich zwischen mehreren Optionen wählen, wobei eine Fortsetzung des Bündnisses mit der FPÖ oder eine künftige Zusammenarbeit mit der SPÖ als die wahrscheinlichsten Optionen gelten.

TRT Deutsch