Rettungskräfte und Anwohner in Izmir versuchen, Menschen zu befreien, die unter den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes begraben sind. (DPA)

Die Europäische Union und die Nato haben den beiden vom Erdbeben betroffenen Ländern Türkei und Griechenland ihre Hilfe zugesichert. „Meine Gedanken sind bei allen betroffenen Menschen", schrieb EU-Ratschef Charles Michel am Freitag auf Twitter. „Die EU hält sich bereit, Unterstützung zu leisten.“ Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg boten Hilfe an.

Bundesaußenminister Heiko Maas twitterte: „Das #Erdbeben um #Samos und #Izmir trifft uns ins Herz. Wir sind in Gedanken bei den Opfern sowie ihren Angehörigen und hoffen, dass die Suche nach Überlebenden erfolgreich verläuft.“ Die EU und Nato seien bereit, Hilfe zu leisten.

Auch der französische Innenminister Gerald Darmanin bot in einem Tweet sowohl der Türkei als auch Griechenland Unterstützung an. „Frankreich steht an der Seite des türkischen und des griechischen Volkes in dieser schrecklichen Prüfung.“

Die US-Botschaft in der Türkei drückte „Trauer über die Verluste an Menschenleben“ aus. Auch Aserbaidschan, Pakistan, Katar, Österreich, Griechenland, Nordzypern, Mexiko, Litauen, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Israel und Georgien haben der Türkei kondoliert und ihre Solidarität mit der türkischen Bevölkerung ausgesprochen.

Mitsotakis und Erdoğan sprechen sich gegenseitig Beileid aus

Nach dem schweren Erdbeben in der Ägäis-Region hat sich der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan telefonisch ausgetauscht. Die beiden Politiker sprachen sich gegenseitig ihr Beileid aus und versprachen Unterstützung.

„Ungeachtet unserer Differenzen müssen wir in diesen Zeiten zusammenstehen“, schrieb Mitsotakis im Online-Dienst Twitter mit Blick auf die jüngsten Spannungen zwischen Athen und Ankara. „Das Erdbeben erinnert uns daran, wie nah wir uns trotz unserer politischen Differenzen sind“, erklärte auch der türkische Präsidentensprecher Fahrettin Altun.

Vor Mitsotakis Anruf hatten sich bereits ranghohe Diplomaten beider Länder ausgetauscht und sicherten sich gegenseitig Hilfe und Unterstützung zu, wie die türkische Regierung mitteilte. Der griechische Außenminister Nikos Dendias rief zudem den türkischen Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu an, um sein Beileid zu bekunden.

Zwei Tote in Griechenland, 69 Todesopfer in der Türkei

Das Erdbeben in der Ägäis war auf den ostgriechischen Inseln und sogar in der griechischen Hauptstadt Athen zu spüren. Die Erde soll türkischen und griechischen Medien zufolge rund 30 Sekunden gebebt haben. Auf der griechischen Insel Samos soll es neben zwei toten Jugendlichen auch acht Verletzte geben, darunter eine schwerverletzte Frau.

Bei Live-Schaltungen des TV-Senders TRT war zu sehen, wie Rettungskräfte, Polizisten und Einwohner versuchten, sich mit Hilfe von Kettensägen und per Hand Zugang zu möglichen Verschütteten in einem komplett zerstörten siebenstöckigen Wohngebäude zu verschaffen.

Laut der türkischen Katastrophenschutzbehörde wurden in Izmir und Umgebung mindestens 484 Nachbeben registriert, darunter 37 mindestens der Stärke 4. Die Zahl der Toten in der Türkei lag am Samstagabend bei 69. Es gibt mindestens 949 Verletzte.

TRT Deutsch und Agenturen