Symbolbild: Unterricht (DPA)
Folgen

In der jüngeren Vergangenheit finden sich immer wieder Fälle von Aufgaben mit fragwürdigen Aufgabenstellungen in Deutschlands Schulen. Rechtsanwalt Fatih Zingal berichtete nun auf Twitter von einer umstrittenen Aufgabe aus dem Unterricht am Krupp-Gymnasium in Duisburg.

Die Schüler sollten demnach als Aufgabenstellung einen in derber Sprache gehaltenen Text – der nach eigenen Angaben auf „Kanakisch“ verfasst sei – analysieren. Anschließend seien die Schüler aufgefordert worden, den Begriff „Kanake“ nachzuschlagen und zu erklären. Zudem hätten sie ein Märchen auswählen und dann „ins Kanakische“ übersetzen müssen.

„Welchen Sinn und Zweck soll eine solche Aufgabenstellung haben? Das ist nichts weiter als das Lächerlichmachen einer Volksgruppe – und das gehört klar verurteilt“, sagt Rechtsanwalt Zingal im Gespräch mit TRT Deutsch.

Anwalt Zingal ist überzeugt, dass es sich hierbei nicht um einen Einzelfall handelt, wie er gegenüber TRT Deutsch ausführt: „Erst kürzlich waren wir Zeugen einer Aufgabenstellung einer Schule in Siegburg, die Ressentiments, Stereotypen bediente – insbesondere gegenüber Türken. Und nun der neue Vorfall am Duisburger Krupp-Gymnasium. Das zeigt, dass es sich eben nicht um Einzelfälle handelt. Dass es keine Einzelfälle sind, die wiederholt Stereotypen, Feindbilder und Vorurteile bedienen.“

Er fordert das Schulministerium in Nordrhein-Westfalen auf, tätig zu werden. „Auch die Ministerien in anderen Bundesländern sollten noch einmal alle Lehrbücher und das vorhandene Lehrmaterial auf den Prüfstand stellen. Wir tun uns keinen Gefallen damit, wenn solche Aufgaben Einzug in unser pädagogisches System erhalten und somit Stereotypen und Vorurteile weiter bedienen und dazu beitragen, die Gesellschaft weiter zu spalten“, so Zingal.

Begriffe und Sätze wie „Negerkuss“ oder „Angst vorm Schwarzen Mann“ seien zu seiner Schulzeit noch gang und gäbe gewesen. Mittlerweile habe man sie zurecht aus den Schulbüchern verbannt, betont Zingal. „Genauso muss man jetzt hier sagen, dass diese Art von Materialen, die keinerlei pädagogischen Wert haben, aus den Schulbüchern verbannt werden müssen.“

Bei einigen Lehrkräften und Schulen sei der Wandel der Zeit noch nicht angekommen, kritisiert der türkischstämmige Anwalt. Klar „rassistische Tendenzen“ und Stereotypen müssten verbannt werden. Seitens des Bildungsministeriums und der Schulen müsse Stellung dazu bezogen werden, warum so etwas verwendet werde und warum solche Materialen in Lehrbüchern zu finden seien.

Mehr zum Thema: Rassismus an Münchener Schulen: Stadt richtet Anlaufstelle ein

TRT Deutsch