Im Zuge der Ermittlungen zur Brandkatastrophe in einer Schweizer Bar ist Untersuchungshaft für den Barbetreiber beantragt worden. Es bestehe Fluchtgefahr, teilte die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis mit.
„Aufgrund seiner Aussagen, seines bisherigen Lebenslaufes sowie seiner persönlichen Situation in der Schweiz und im Ausland erachtete die Staatsanwaltschaft die Fluchtgefahr als konkret“, teilte die Behörde weiter mit. Dies gelte nicht für seine Frau.
Bei dem Inferno in der Silvesternacht waren 40 meist junge Menschen ums Leben gekommen, fast 120 wurden zum Teil schwer verletzt. Das jüngste Todesopfer war erst 14 Jahre alt. Laut Ermittlern hatte eine funkensprühende Partyfontäne die Schaumstoffverkleidung der Decke der Bar „Le Constellation“ in Brand gesetzt.
Barbetreiberin: „Unvorstellbare Tragödie“
Gegen das Betreiber-Ehepaar hatte die Justiz jüngst Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und der fahrlässigen Verursachung einer Feuersbrunst gestartet. Auch die Behörden selbst stehen im Fokus. Aus noch ungeklärten Gründen waren die Brandschutzmaßnahmen des Lokals vorschriftswidrig jahrelang nicht von den zuständigen Stellen geprüft worden.
Die Frau, Jessica Moretti, entschuldigte sich unter Schluchzen. „Das ist eine unvorstellbare Tragödie. Niemals, wirklich niemals im Leben hätten wir uns das vorstellen können“, sagte die Barbetreiberin nach einer Befragung bei der Staatsanwaltschaft in Sion vor Medien. „Das ist in unserer Einrichtung passiert, und ich möchte mich entschuldigen.“ Ihre Gedanken seien die ganze Zeit über bei den Opfern und denjenigen, die mit den Folgen der Katastrophe zu kämpfen hätten.
Bundespräsident fordert lückenlose Aufklärung
Bei einer Trauerfeier für die Brandopfer forderte der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin eine lückenlose Aufklärung des Geschehens. Verfehlungen seien „ohne Verzögerung und ohne Nachsicht“ aufzudecken. Es gelte, Lehren zu ziehen und künftig für die größtmögliche Sicherheit in öffentlichen Einrichtungen zu sorgen, sagte Parmelin.
Der Regierungschef des Schweizer Kantons Wallis, Mathias Reynard, bat bei der Trauerfeier die Angehörigen um Entschuldigung.
Brandopfer werden auch in Deutschland behandelt
Fast alle Todesopfer waren Teenager und junge Erwachsene. Unter den Toten sind auch neun junge Schweizer Fußballer aus Regionalvereinen. Das gab der Schweizer Fußball-Verband (SFV) am nationalen Trauertag für die Tragödie in einem Post auf der Plattform X bekannt.
Die Brandverletzten werden in mehreren europäischen Ländern behandelt, darunter auch elf in Deutschland, wie es von der deutschen Botschaft in Bern hieß.














