Netzagentur erwartet Offshore-Boom in Zulieferbranche
Die Energieunternehmen BP und Total haben den Zuschlag für die Offshore-Flächen in Nord- und Ostsee erhalten. Von dem hohen Investitionsbedarfs der Betreiber könnte die Zulieferindustrie maßgeblich profitieren.
Archivbild. 29.08.2020, Mecklenburg-Vorpommern, Mukran: Ein Arbeitsschiff bringt Monteure zu Windrädern, die in der Ostsee zwischen den Inseln Rügen und Bornholm (Dänemark) stehen. / Photo: DPA (DPA)

Nach der Versteigerung von Offshore-Flächen in der Nord- und Ostsee für fast 13 Milliarden Euro an die Energieunternehmen British Petrol (BP) und Total erwartet die Bundesnetzagentur einen Boom in der Zulieferbranche. „Wir erwarten, dass die Versteigerungen eine Investitionswelle auslösen werden“, sagte Agenturpräsident Klaus Müller im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag).

Zulieferer profitieren von hohem Investitionsbedarf

Die Betreiber könnten „nicht alles selbst herstellen, sondern werden Kabel, Konverterstationen, Planungen und vieles mehr bei Zulieferern bestellen“, sagte Müller. Der Investitionsbedarf sei enorm und werde weiter steigen, denn weitere Offshore-Flächen müssten bebaut und angeschlossen werden. Auch die Windkraft an Land werde vorangetrieben.

„Ich sehe gerade viele Weichenstellungen für den Wiederaufbau von Produktionsanlagen, von denen es früher schon mal deutlich mehr gegeben hat“, betonte Müller. Für die Offshore-Branche werde es daher „definitiv“ zu einer Reindustrialisierung statt zur Deindustrialisierung kommen.

Europäischer Markt wächst

Hier wachse „gerade ein starker europäischer Markt, denn auch in den Niederlanden, in Belgien oder Polen bauen sie ihre Offshore-Kapazitäten kräftig aus“, sagte Müller. Die Bedingungen auf dem europäischen Markt könnten sich „absolut“ mit denen in den USA oder Asien messen lassen, fügte er hinzu.

AFP