IG-Metall-Chef fordert wegen Inflation weitere Entlastungen
Die Inflation befindet sich im Höhenflug. Viele Akteure der Wirtschaftsbranche pochen auf staatliche Entlastungen. Auch IG-Metall-Chef Hofmann bekräftigt seine Forderung nach einem weiteren Entlastungspaket.
30.03.2022, Baden-Württemberg, Stuttgart: Ein Mitarbeiter eines Einzelhandelsgeschäfts nimmt einen 5-Euro-Schein aus einer Einkaufskasse. Die bereits hohe Inflation hat im Südwesten weiter angezogen. (DPA)

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hat seine Forderung nach weiteren staatlichen Entlastungen angesichts stark gestiegener Verbraucherpreise bekräftigt. „Die Tarifpolitik wird nicht alleine einen Ausgleich für 2022 und 2023 leisten können“, sagte der Chef der größten deutschen Einzelgewerkschaft den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (Samstag). „Die explodierenden Energiepreise schlagen erst im nächsten Jahr voll durch.“
„Wir müssen uns über ein drittes Entlastungspaket für 2023 unterhalten“, sagte der IG-Metall-Chef. Dazu gehöre wie in diesem Jahr eine Energieprämie von 300 Euro für Erwachsene und 100 Euro für Kinder. „Man darf nur nicht wieder die gute Maßnahme diskreditieren, indem man die Rentner ausnimmt.“ Zudem forderte er einen Gaspreisdeckel, um den normalen Haushaltsverbrauch zu sichern, und eine Senkung des Strompreises. Zur Finanzierung schlug Hofmann vor, die Schuldenbremse auch 2023 auszusetzen.
In der bevorstehenden Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie will sich die Gewerkschaft Hofmann zufolge auf das Thema Geld konzentrieren. Dabei soll es mindestens um eine Sicherung der Reallöhne gehen. Einschließlich einer Umverteilungskomponente könnte es auf eine Forderung nach einem Lohnplus von sieben Prozent oder mehr hinauslaufen, hatte der Gewerkschaftschef in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ angedeutet.
Der IG-Metall-Vorstand will am 20. Juni seine Forderungsempfehlung beschließen. Die endgültige Forderung soll am 30. Juni in den regionalen Tarifkommissionen und noch einmal am 11. Juli vom Vorstand beschlossen werden. Die Verträge für rund 3,7 Millionen Beschäftigte in den Kernbranchen der deutschen Industrie laufen Ende September aus.

DPA