„Schiere Verzweiflung“: Der Paritätische warnt vor Armut in Deutschland
Mehr als 14 Millionen Menschen in Deutschland leben laut dem Paritätischen Wohlfahrtsverband unter der Armutsgrenze. Die hohe Inflation und explodierende Preise führten bei den Betroffenen zu „schierer Verzweiflung“, so Verbandschef Schneider.
Archivbild: Ein Mann durchsucht einen Mülleimer nach Pfandflaschen / Photo: DPA (DPA)

Angesichts der Inflation und immer weiter steigender Preise warnt der Paritätische Wohlfahrtsverband vor zunehmender Armut in Deutschland. „Gerade an Feiertagen wie Weihnachten und Ostern merken wir, was Armut in diesem reichen Land bedeutet: Nämlich von all dem ausgeschlossen zu sein, was für den Rest der Gesellschaft völlig selbstverständlich ist, wie ein etwas festlicheres Essen oder auch kleine Geschenke und Süßigkeiten für die Kinder“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Ulrich Schneider, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag).

Schneider wies darauf hin, dass mehr als 14 Millionen Menschen zurzeit in Deutschland unterhalb der Armutsgrenze leben. „Die explodierenden Preise treiben viele von ihnen in schiere Verzweiflung“, sagte er. Das zeigten auch die langen Menschenschlangen an den Tafeln.

Schneider forderte die Politik auf, Regelsätze in Hartz IV und in der Altersgrundsicherung bedarfsgerecht anzuheben. Außerdem müsse Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) „sein Veto zu einer echten Kindergrundsicherung zurückziehen“.

Die Kindergrundsicherung soll ab 2025 verschiedene Leistungen wie Kindergeld und Kinderzuschlag bündeln. Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) hält zudem Leistungserhöhungen für nötig. Finanzminister Lindner sieht dafür aber keinen Spielraum und zweifelt auch den Bedarf an.

AFP