Mediziner: Geimpfte landen nahezu nie in Corona-Intensivstationen
Laut dem Intensivmediziner und Divi-Präsident Marx gibt fast keine geimpften Patienten auf den Corona-Intensivstationen. Die Lage sei insgesamt „unter Kontrolle“, auch wenn Covid-19 immer noch eine „große Belastung“ für die Krankenhäuser darstelle.
Symbolbild: Intensivbett in einer deutschen Krankenhaus. (DPA)

Deutschlands Intensivmedizinern zufolge gibt es auf den Corona-Intensivstationen nahezu keine geimpften Patientinnen und Patienten ohne Vorerkrankung. „Die allermeisten Patienten, die wir behandeln – das wissen wir aus den Gesprächen mit vielen Kollegen großer deutscher Intensivstationen – sind gar nicht oder nicht vollständig geimpft“, sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vom Mittwoch. Die Minderheit der Geimpften auf den Intensivstationen bestehe zu großen Teilen aus älteren Patientinnen und Patienten, deren zweite Impfung schon weit zurückliege. „Diese Menschen leiden in aller Regel zudem unter schweren chronischen Krankheiten“, sagte Marx. Kapazitäten für freie Betten aktuell relativ stabil Die Kapazitäten für freie Betten auf den Intensivstationen seien aktuell relativ stabil, teilte der DIVI-Präsident weiter mit. „Im Moment sind wir in einer Plateau-Phase, wir stagnieren bei etwa 1300 Covid-Intensivpatienten.“ Die Lage sei „unter Kontrolle“. „Wir sind inzwischen handlungsfähig und haben im Schnitt zwei freie Intensivbetten pro Standort“, sagte Marx. Von einer Entspannung sei aber keineswegs zu sprechen. Weiterhin sei Covid-19 für die Intensivmedizin eine „große Belastung“, die Lage auf den Intensivstationen werde inzwischen aber „nicht mehr immer und zuallererst von Corona bestimmt“. Prognosen für die kommenden Monate sind dem Intensivmediziner zufolge aber „kaum möglich“.

AFP