Frankreich: Nur-Moschee in Dijon mit Steinen beworfen
Erneut ist eine Moschee in Frankreich zur Zielscheibe eines Angriffs geworden. Eine vermummte Person schlug die Scheiben der Nur-Moschee in Dijon ein. Schüsse und Brandanschläge – Angriffe auf die Gebetshäuser sind in dem Land keine Seltenheit mehr.
Frankreich: Nur-Moschee in Dijon mit Steinen beworfen (Symbolbild) (AFP)

Eine vermummte Person hat in der Nacht zum Donnerstag die Nur-Moschee in der französischen Stadt Dijon mit Steinen beworfen. Im Hintereingang wurden die Scheiben der Moschee mit Steinen eingeschlagen. Der Vorsitzende der Moschee in Grésilles, Muhammed El-Amrani, habe den Vorfall zum Morgengebet bemerkt, berichtet „islamiq.de“. Die Polizei sei umgehend verständigt und Aufnahmen der Überwachungskamera überprüft worden. Diese hätten gezeigt, dass eine vermummte Person auf einem Scooter einige Male das Gebäude umkreist und dann die Scheiben der Moschee mit Steinen beworfen habe. Die französische Polizei hat die Ermittlungen zur Tat aufgenommen.

Anschlagsserie auf Moscheen in Frankreich

In Frankreich gab es bereits in der Vergangenheit eine Serie von Angriffen auf muslimische Einrichtungen. Noch Anfang Dezember wurde eine Moschee in der französischen Stadt Brétigny-sur-Orge angegriffen. Ein oder mehrere unbekannte Täter rasten mit einem Fahrzeug in den Eingangsbereich der Moscheegemeinde.

Im November hatte ein Unbekannter versucht, die Mevlana-Moschee in der französischen Stadt Châteaudun in Brand zu setzen. Die Brandanschläge auf die Essalem-Moschee in Lyon und auf die Ömer-Moschee in Bron waren ebenfalls im November verübt worden. Im April war die Eingangstür des Türkischen Kulturzentrums Saint-Etienne mit dem Spruch „DIE ARABE C-19“ (dt. „Araber sollen an Corona sterben“) beschmiert worden. Vor einer Moschee im Norden von Paris hatte im März ein Mann das Feuer eröffnet. Im Oktober 2019 waren mehrere Schüsse vor einer Moschee in der Stadt Bayyone gefallen.

Politik übt Druck auf Moscheegemeinden aus

Gleichzeitig steigt in Frankreich auch die Zahl der Razzien gegen muslimische Einrichtungen. Der Druck auf muslimische Vereine und NGOs im Land hat zugenommen. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin hat eine landesweite Kontrolle von 76 Moscheen angekündigt. Dabei werden auch Schließungen der muslimischen Gebetshäuser in Betracht gezogen.

Die Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zum Islam hatten eine Welle der Kritik ausgelöst. Seit dem Amtsantritt des Präsidenten vor drei Jahren sind in Frankreich insgesamt 43 Moscheen geschlossen worden.

TRT Deutsch