11.02.2020, Baden-Württemberg, Stuttgart: Der Schriftzug der Daimler AG ist an der Konzernzentrale zu sehen. (DPA)
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Der chinesische Autobauer BAIC ist bei Daimler mächtiger als bisher bekannt. Der Staatskonzern hält bereits seit 2019 einen Anteil bei den Stuttgartern von 9,98 Prozent. Bisher war nur von rund fünf Prozent die Rede. Daimler bestätigte die Anteilserhöhung am Montag.

Daimler erwarb seinerseits auch Anteile an chinesischem Konzern Mit der höheren Beteiligung zog die Beijing Automotive Industry Corporation (BAIC) nach bisher bekannten Zahlen am Gründer ihres Konkurrenten Geely, Li Shufu, vorbei. Dieser hielt laut Daimler zuletzt 9,7 Prozent der Aktien, so dass sich der Dax-Konzern zu fast 20 Prozent in der Hand von zwei chinesischen Großaktionären befindet. Daimler-Chef Ola Källenius begrüßte den jüngsten Schritt: „Die Beteiligung von BAIC an Daimler spiegelt das Bekenntnis zu unserer gemeinsamen erfolgreichen Allianz bei Produktion und Entwicklung im weltweit größten Pkw-Markt wider.” BAIC habe in einer Vereinbarung bestätigt, den Anteil an Daimler nicht weiter zu erhöhen. Im Gegenzug ist der Stuttgarter Autokonzern mit 9,55 Prozent an der börsennotierten BAIC-Tochter BAIC Motor beteiligt.

Mehr als ein Drittel des Absatzes geht nach China Eigentlich müssen Großaktionäre die Höhe ihrer Beteiligungen nur melden, wenn sie bei Veränderungen bestimmte Schwellen über- oder unterschreiten. Im Fall von Daimler und BAIC liegt die nächste Schwelle bei zehn Prozent. Die jetzige Meldung sei aus Gründen der Transparenz nach der Abspaltung der Nutzfahrzeugsparte Daimler Truck erfolgt, hieß es in Stuttgart. An Daimler Truck halte BAIC nun 6,5 Prozent. China ist mit einem Anteil von rund 35 Prozent am Gesamtabsatz schon länger der wichtigste Markt für Personenwagen der Marke Mercedes-Benz. Die Stuttgarter eröffneten im Oktober ein neues Technikzentrum in der Region Peking. Dort arbeiten über 1000 Ingenieure. Daimler und Geely wollen im kommenden Jahr den Kleinwagen Smart aus chinesischer Produktion auf den Markt bringen. Mehr zum Thema: Diesel-Verfahren in Kanada: Daimler zahlt Millionensumme

DPA