Nach einer Berechnung der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) gehört der Tourismussektor in Deutschland zu den Top-Fünf-Verlierern. Das berichteten Ökonomen am Mittwoch in Genf. Doch die US-Reisebranche trifft die Corona-Krise am härtesten.

Im optimistischsten Szenario der Unctad erleben die USA durch den Stillstand im internationalen Tourismus den größten Einbruch: Der Wirtschaft gehen direkt und indirekt 187 Milliarden Dollar (166,5 Mrd Euro) verloren. China muss mit 104,7 Milliarden Dollar Verlust rechnen, mit großem Abstand gefolgt von Thailand, Frankreich und schließlich Deutschland (minus 46,2 Milliarden Dollar). In diesem Szenario gehen die Ökonomen davon aus, dass die Länder im Geschäft mit ausländischen Gästen innerhalb eines Jahres ein Drittel an Einnahmen einbüßen.

Laut dem Deutschen Reiseverband (DRV) verzeichnete die deutsche Reisebranche bereits jetzt einen Umsatzverlust von 10,8 Milliarden Euro. Sollte die Flaut weitergehen, könnten der Branche bis Ende August Einbußen von bis zu 20 Milliarden Euro drohen, wie das „Handelsblatt“ am Dienstag berichtete.

Die Deutschen gaben letztes Jahr rund 70 Milliarden Euro für Reisen aus, davon 35,4 Milliarden Euro für Pauschalreisen. Die Umsätze in den Reisebüros lagen bei insgesamt 23,7 Milliarden Euro.

Die Türkei sei nach Spanien inzwischen das zweitbeliebteste Reiseland der Deutschen, erklärte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes, Norbert Fiebig, vergangene Woche bei einer AHK-Wirtschaftskonferenz.

Die Rekordmarke von jährlich fünf Millionen deutschen Touristen sei in der Vergangengeit bereits geknackt worden. 2019 begrüßte die Türkei als beliebtes Urlaubsland mehr als 45 Millionen Touristen aus der ganzen Welt.

(Others)
TRT Deutsch und Agenturen