von Feride Tavus

Nordrhein-Westfalen zählt zu den beliebtesten Investitionsstandorten in Deutschland. Viele global operierende Unternehmen investieren und schaffen Arbeitsplätze im bevölkerungsreichsten Bundesland. Mehr als 20.000 ausländische Unternehmen beschäftigen über eine Million Menschen in NRW. Als dynamische Wirtschaftsregion mit einer innovativen Infrastruktur lockt NRW viele ausländische Unternehmen an. Davon profitieren auch türkische Produzenten. 2019 führte die Türkei mit 73 Projekten die Liste der Top-Investoren an – noch vor China, Großbritannien und den USA. Allein in den ersten zehn Monaten ließen sich 55 Firmen in NRW nieder.

Die landeseigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft „NRW.Invest“ vermarktet den Industrie- und Investitionsstandort Nr.1 im Ausland - auch in der Türkei. Experten von NRW.Invest beraten zu steuerlichen und rechtlichen Aspekten. Darüber hinaus ist sie kompetenter Ansprechpartner für ausländische Geschäftsleute. Vor zwölf Jahren begann die Organisation in Istanbul, Unternehmen vor Ort über Investitionsmöglichkeiten zu informieren. Experten von NRW.Invest informieren Investoren über Wirtschaftsstruktur und Branchencluster.

„NRW ist ein Investitionshub für türkische Unternehmen. Die vorteilhaften Standortbedingungen sind Magnet für türkische Firmen, die sich auf dem europäischen Markt etablieren wollen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat sich in den letzten Jahren zum Zentrum türkischer Unternehmer in Europa entwickelt“, erklärte Dr. Adem Akkaya, Vertreter von NRW.Invest in der Türkei. Mehr als 600 türkische Firmen entschieden sich für eine Niederlassung in NRW.

NRW-Ranking der Investoren
NRW-Ranking der Investoren (TRT Deutsch)

Doch warum gerade NRW? Knapp ein Drittel der Menschen mit türkischen Wurzeln leben allein in NRW. Für Unternehmen, die überwiegend für und mit Türken in Deutschland produzieren wollen, befindet sich hier der größte Absatzmarkt. Die Landeshauptstadt Düsseldorf ist mit 41 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen (FDI – Foreign Direct Investment) der größte Profiteur, gefolgt von der Ruhr-Metropole und der Region Köln/Bonn. Viele türkische Unternehmen wollen ihre Produkte auch in Europa vermarkten. Mit der Produktion im Industriestandort Düsseldorf erhalten ihre Artikel das Qualitätszeichen „Made in Germany“. Somit lassen sich türkische Waren in Europa besser und lukrativer vermarkten. Für den Erhalt des Qualitätszeichens genügt es, wenn nur ein Arbeitsprozess in Deutschland erfolgt. Auch deutsche Unternehmen gehen nach demselben Prinzip vor: Sie produzieren günstig im Ausland, nur ein Teil der Produktion wird in Deutschland abgewickelt und am Ende gibt es den Stempel „Made in Germany“. Auf diese Weise entsteht für türkische Unternehmen die Erschließung eines neuen Marktes und der Zugang zum europäischen Markt. Die exportorientierte Wirtschaftspolitik der Türkei schätzt die NRW-Förderprogramme für Investoren - insbesondere Förderungen im Produktions- oder Personalbereich, wenn neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Auch dann, wenn es um Subventionen für Projekte geht, die im öffentlichen Interesse liegen – also im Technologiebereich sowie bei Zinszuschüssen für aufgenommene Kredite. Das gute Geschäftsklima ist Motor für Auslandsinvestitionen. Mit einem Anteil von rund zehn Prozent sind Branchen wie Textil und Bekleidung, Transport- und Möbelindustrie in NRW vertreten. „Türkische Firmen kommen nach Nordrhein-Westfalen, um ihre Produkte zu vertreiben. Etwa 85 Prozent der Ansiedlungen gehen in diese Richtung. Der Rest ist Produktionsinvestitionen“, erklärt Akkaya. Wer als Global Player von dem Exportmarkt profitieren wolle, müsse in den Industriezentren präsent sein.

TRT Deutsch