U21-Nationalspieler Youssoufa Moukoko / Photo: DPA (dpa)
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Nach den rassistischen Beleidigungen gegen die U21-Nationalspieler Youssoufa Moukoko und Jessic Ngankam haben sich die Vereine der beiden Profis und der Deutsche Fußball-Bund klar hinter sie gestellt. „Widerlich und verachtenswert. Kein Platz für Rassismus und Diskriminierung. Wir stehen hinter euch, Jessic und Youssoufa!“, schrieb Ngankams Club Hertha BSC in der Nacht zum Freitag auf Twitter. Moukokos Verein Borussia Dortmund schrieb: „Die Borussen-Familie steht hinter Dir, Youssoufa!“

Die beiden Stürmer hatten beim 1:1 der deutschen Mannschaft zum EM-Auftakt gegen Israel am Donnerstag im georgischen Kutaissi je einen Elfmeter verschossen und damit die größten Chancen auf einen Sieg vergeben. Moukoko hatte anschließend offen von rassistischen Kommentaren gegen sich und Ngankam in den sozialen Netzwerken berichtet. „Wenn wir gewinnen, sind wir alle Deutsche. Wenn wir verlieren, kommen diese Affen-Kommentare“, sagte das 18 Jahre alte Supertalent, das in der 3. Minute per Elfmeter gescheitert war.

„Wir verurteilen die rassistischen Kommentare gegen Youssoufa Moukoko und Mitspieler Jessic Ngankam im Anschluss an das Spiel entschieden. Bleibt stark!“, schrieb der BVB in der Nacht auf Twitter. Auch U21-Nationaltrainer Antonio Di Salvo und zahlreiche Mitspieler äußerten sich schockiert. Der DFB veröffentlichte nach dem Spiel ein Statement zu den Beleidigungen auf Twitter. „Wir verurteilen das aufs Schärfste“, hieß es dort.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat die rassistischen Beleidigungen gegen die deutschen U21-Nationalspieler als „menschenverachtend und widerwärtig“ verurteilt. „Unsere Nationalspieler zeigen die beste Seite unseres modernen und vielfältigen Deutschlands, diese rassistischen Kommentare zeigen die hässlichste Seite“, sagte die für Sport zuständige Ministerin am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Die beiden Fußballer hatten beim 1:1 der deutschen Mannschaft zum EM-Auftakt gegen Israel am Donnerstag im georgischen Kutaissi jeweils einen Elfmeter verschossen. Moukoko hatte anschließend von rassistischen Kommentaren gegen sich und Ngankam in den sozialen Netzwerken berichtet.

Faeser bezeichnet Rassismus gegen U21-Spieler als „widerwärtig“

Faeser sprach Moukoko und Ngankam ihre Solidarität aus. „Sie können sich absolut sicher sein: Wir stehen voll und ganz hinter ihnen“, sagte sie. Im Kampf gegen Rassismus im Sport brauche es „mehr Präventions- und Bildungsarbeit und mehr Anlaufstellen für Betroffene von Gewalt und Diskriminierung.“

Auch weitere Politiker verurteilten die rassistischen Attacken. «Ich habe so kein Bock mehr darauf, dass 2023 noch immer Rassismus stattfindet», twitterte Johannes Vogel, stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP. „Es ist ekelhaft - egal, ob es gegen Spieler im Nationaltrikot oder gegen jeden anderen Menschen geht!“

dpa