Mesut Özil und Arsene Wenger

Der Wechsel von Mesut Özil vom FC Arsenal zum türkischen Top-Verein Fenerbahçe Istanbulwird laut dem Trainer Arsene Wenger die größte Verpflichtung des Winter-Transferfensters.

„Er wird sicherlich der größte Transfer des Januar-Transferfensters sein, weil die Fußballwelt in dieser Zeit ein bisschen ruhig ist“, sagte der ehemalige Arsenal-Cheftrainer am Montag in einem Interview mit beIN Sports Türkei.

„Aber im Großen und Ganzen ist es eine fantastische Nachricht für Fenerbahçe, die sich in einer starken Position in der Liga befinden. Ich denke, dass Mesut das fehlende Puzzleteil für Fenerbahçes Meisterschaftsambitionen sein kann“, fügte Wenger hinzu. Er habe in der Vergangenheit nie mit Özil über einen möglichen Transfer in die Türkei gesprochen, da er wollte, dass Özil bei Arsenal bleibt.

„Ich habe nie ein Gespräch über Fenerbahçe geführt, weil ich Mesut Özil bei Arsenal behalten wollte, aber ich konnte immer eine starke Verbindung zur Türkei spüren. Ich habe mich mit seiner Familie und seinem Manager getroffen, ich habe seinen Vater kennengelernt und man konnte sehen, dass er eine starke Bindung zur Türkei hat und ein großes Interesse an der türkischen Liga.“

Wenger hatte Özil 2013 von Real Madrid zum FC Arsenal geholt. Der Fußballstar verhalf Arsenal daraufhin, die seit 2004 andauernde Durststrecke der Londoner zu beenden, und konnte auf Anhieb einen FA-Cup-Titel holen. Mit 44 Toren und 77 Assists in 254 Spielen war er in den ersten Jahren einer der Leistungsträger der Mannschaft und gewann vier FA-Cup-Trophäen.

„Mesut wird angehimmelt und das nicht nur von Fenerbahçe-Anhängern“

Der ehemalige deutsche Fußball-Nationalspieler Mesut Özil hat sich nach seinem Wechsel zu Fenerbahçe Istanbul mit Begeisterung zu seinem neuen Verein bekannt. „Ich bin sehr froh darüber, in die Türkei zu kommen und das Trikot meiner Kindheitsmannschaft tragen zu können“, sagte er dem türkischen Fernsehsender NTV. „Gott wollte, dass ich für Fenerbahçe spiele. Ich werde das Trikot mit Stolz tragen und alles für das Team geben“, sagte Özil, dessen Vertrag laut türkischen Medienberichten bis 2024 laufen soll.

„Mesut wird angehimmelt und das nicht nur von Fenerbahçe-Anhängern. Die ganze Türkei freut sich auf Mesut“, sagte Ex-Profi Erdal Keser bei Sport1. Der Transfer habe zudem nicht nur den Stadtrivalen Galatasaray, sondern alle türkischen Vereine neidisch gemacht.

„Mesut war natürlich längere Zeit außer Gefecht, aber zum jetzigen Zeitpunkt zu einem Verein zu wechseln, bei dem er mit offenen Armen aufgenommen wird, war sportlich absolut richtig“, ergänzte der 59 Jahre alte Ex-Nationalspieler und frühere Profi von Borussia Dortmund.

Özils Wechsel sei in der jüngeren Zeit „einer der größten Transfers in die Türkei“, sagte Keser. Der türkischstämmige Profi sei „sogar nach Roberto Carlos der bekannteste internationale Fußballer, der jetzt zu Fenerbahçe kommt“. Finanziell werde Özil Abstriche machen müssen, ergänzte er. „Er wird nicht wenig verdienen, aber nur einen Teil dessen, was er bei Arsenal bekommen hat“.

„Immer alle Schuld auf seinem Rücken abgeladen, wenn es nicht lief“

In den vergangenen Jahren habe man „immer alle Schuld auf seinem Rücken abgeladen, wenn es nicht lief – sei es in der Nationalmannschaft oder zuletzt auch bei den Gunners“. Obwohl er nie für die türkische Nationalelf gespielt habe, seien alle Türken sehr glücklich, „so einen Landsmann zu haben, der in der Welt den türkischen Gedanken lebt“, unterstrich Keser. Man sehe darüber hinweg, „dass er für ein anderes Land gespielt hat, sich jetzt aber fast schon als türkischer Staatsbürger ausgibt. So negativ es auch ankam, so deutlich war seine Positionierung mit dem türkischen Präsidenten Erdoğan.“ Keser geht sogar davon aus, dass Özil demnächst die türkische Staatsbürgerschaft annehmen wird.

Özil war vor der WM 2018 in Kritik geraten, als er sich gemeinsam mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan ablichten ließ. Als der öffentliche und mediale Druck auf Özil nach der katastrophalen WM-Leistung der deutschen Nationalmannschaft noch weiter wuchs, trat der türkischstämmige Profi drei Monate später aus der Nationalmannschaft zurück. Besonders am DFB übte Özil damals Kritik aus und prangerte den Rassismus in Deutschland an.

TRT Deutsch und Agenturen