Max Kothny, Geschäftsführer von Türkgücü München, sitzt im Landgericht vor Beginn der Verhandlung im Sitzungssaal auf seinem Platz.

Türkgücü Münchens Geschäftsführer Max Kothny hat das Urteil im DFB-Pokal-Streit um den bayerischen Gegner des FC Schalke 04 als „Teilerfolg“ gewertet. „Ich kann es schon mal als Teilerfolg verstehen. Es zeigt zumindest, dass es richtig war, dass wir dagegen vorgegangen sind“, sagte Kothny am Mittwoch in München. „Ich gehe davon aus, dass wir zum DFB-Pokal gemeldet werden, außer der Bayerische Fußball-Verband versucht sich wieder auf die Schweinfurter Seite zu begeben und die Spielordnung erneut zu ändern.“

Das Landgericht München I hat die einstweilige Verfügung vom 11. September „teilweise aufgehoben und abgeändert“, wie die Vorsitzende Richterin Gesa Lutz erklärte. Die Kartellkammer hat dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) aufgegeben, „die Meldung des 1. FC Schweinfurt 05 zu widerrufen und über die Meldung“ zur 1. Pokalrunde erneut zu entscheiden.

„Fußballtechnisch steht alles auf Anfang. Wir haben aktuell keinen Teilnehmer, wir müssen Türkgücü nicht verpflichtend melden, wir müssen uns neu überlegen, wenn wir melden und müssen das erneut begründen“, erläuterte BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher.

Eine Gerichtssprecherin bezeichnete das Urteil als „salomonischen Mittelweg“. Beide Streitparteien können mit einer Frist von einem Monat vor dem Oberlandesgericht München Berufung einlegen. Am 15. Oktober wird die zweite DFB-Pokal-Hauptrunde ausgelost. Sie ist für den 22./23. Dezember angesetzt.

Türkgücü war vor dem Landgericht gegen den Beschluss des BFV vorgegangen, die Schweinfurter als bestes bayerisches Amateurteam neben dem TSV 1860 München für den DFB-Pokal zu melden. Die „Löwen“ hatten das Ticket über den Toto-Pokal gebucht. Türkgücü war vom BFV in der Corona-Pause zum Aufsteiger in die 3. Liga benannt worden, wurde aber per Satzungsänderung nicht für den DFB-Pokal berücksichtigt. Das Landgericht sah diesen BFV-Beschluss als „rechtswidrig“ an und erließ eine von Türkgücü beantragte einstweilige Verfügung.

TRT Deutsch und Agenturen