Symbolbild (AA)

Nicht nur die PKK selbst verschleppt in der Osttürkei Kinder in die Berge der Grenzregion zum Irak, um diese zum Terrorismus zu zwingen. Auch der syrische PKK-Ableger YPG scheut nicht davor zurück, Kinder für seine Zwecke zu rekrutieren - im Regelfall durch Zwangsmaßnahmen. Ein am Dienstag veröffentlichter Bericht des UN-Generalsekretärs belegt nun: Von 2018 bis 2020 setzte der syrische Zweig der Terrororganisation PKK mehr als 400 Kinder in dem von einem Aufstand gegen Machthaber Assad erschütterten Land in den eigenen Reihen ein.

Der Bericht mit dem Titel „Kinder und bewaffneter Konflikt in der Syrischen Arabischen Republik“ hält eigenen Angaben zufolge unter anderem „gravierende Verletzungen“ in Syrien vom 1. Juli 2018 bis 30. Juni 2020 fest, die Kinder betreffen. Dabei rekrutierte die YPG den UN-Recherchen zufolge 318 Kinder – die Fraueneinheit des PKK-Ablegers soll ihrerseits 99 Minderjährige im syrischen Bürgerkrieg eingesetzt haben.

Leere Versprechungen an Menschenrechtsorganisationen

Als Beispiel führt der Bericht den Fall eines 16-jährigen Mädchens an, das im September 2018 von ihrer Schule als verschollen gemeldet worden war. Sie sei in die Fraueneinheit YPJ verbracht worden, die sie anschließend für die Dauer von drei Wochen in ein militärisches Trainingslager geschickt haben soll. Seit Jahren versprechen YPG und YPJ internationalen Organisationen, die ihre Zwangsrekrutierungen aufs Schärfste verurteilen, keine Kinder mehr in ihren Reihen einsetzen zu wollen. So hatte bereits im Jahr 2015 Human Rights Watch (HRW) die syrischen PKK-Ableger kritisiert. Trotz ihres gegenteiligen Versprechens rekrutierten diese Organisationen der HRW zufolge auch in den darauffolgenden Jahren weiterhin Kinder, die teilweise sogar ihr Leben verloren. „Die YPG versprach uns, sie werde keine Kinder mehr in Kriegen einsetzen. An dieses Versprechen müssen sie sich halten“, forderte damals der HRW-Sonderberater auf der Internetseite der NGO. Auch Vergewaltigung von Kindern in der YPG dokumentiert
Auch die Vergewaltigung von zwangsrekrutierten Kindern in der YPG ist nun sogar von der UNO offiziell registriert worden. Während der Bericht betont, dass solche Missbrauchsfälle noch sehr selten erfasst werden, schildert er doch ein signifikantes Beispiel: Demnach wurde ein 15-Jähriger im Januar 2019 von einem YPG-Kommandeur vergewaltigt.

Anschließend habe er eine Beschwerde gegen den dortigen Kommandeur bei der selbsternannten „Militärpolizei“ der Terrororganisation eingereicht. Das Kuriose: Der vergewaltigte Junge wurde wegen seiner Beschwerde selbst für zwei Wochen inhaftiert, während der YPG-Kommandeur weiterhin im Amt bleiben durfte.

Die YPG ist der syrische Zweig der PKK. Letztere wird in der Türkei, EU und in den USA offiziell als Terrororganisation eingestuft. In der Türkei wird die PKK für den Tod von mehr als 40.000 Menschen verantwortlich gemacht.

TRT Deutsch