von Ali Özkök

Die Türkei hat am Donnerstag bekräftigt, dass sie die Milizen von Khalifa Haftar in Libyen als „legitimes Ziel“ betrachten werde, sollten die Truppen des Warlords türkische Interessen im kriegsgeschüttelten Land ins Visier nehmen.

„Wir erinnern noch einmal daran, dass es im Falle eines Angriffs auf türkische Interessen in Libyen sehr schwere Konsequenzen geben wird und die putschistischen Haftar-Elemente als legitimes Ziel betrachtet werden“, teilte Hami Aksoy, ein Sprecher des türkischen Außenministeriums, in einer schriftlichen Erklärung mit.

Aksoys Erklärung kam, nachdem ein Kommandeur der Haftar-Miliz in einem Video erklärt hatte, künftig türkische Kräfte und Interessen angreifen zu wollen.

Der Außenamt-Sprecher unterstrich, die Erklärung spiegele den Grad der Niederlage von Haftar wider. Es sei „das deutlichste Zeichen“ dafür, dass Haftar und seine Anhänger versuchten, den Konflikt in Libyen zu eskalieren. Unterstützung erhält der Kriegsherr bei seinem Putschversuch von Russland, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten.

Zuvor erklärte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar, dass die Türkei die libysche Regierung bei der militärischen Ausbildung, Zusammenarbeit und Beratung unterstütze.

Haftar aus Westlibyen zurückgedrängt

Die libysche Armee hat vor kurzem zahlreiche russische Luftabwehrsysteme vom Typ Pantsir zerstört, die Haftar von den Vereinigten Arabischen Emiraten erhalten hatte.

Die libysche Luftwaffe gab laut einem Bericht des „Libya Observers“ am Mittwoch an, dass sie innerhalb von 48 Stunden sieben russische Pantsir-S1 Luftabwehrsysteme zerstörte. Die Abwehrsysteme waren auf dem Luftwaffenstützpunkt al-Watiya, in Tarhuna und al-Wishka stationiert.

Anfang dieser Woche eroberten die Truppen der UN-anerkannten Regierung schließlich den wichtigen Luftwaffenstützpunkt al-Watiya im Westen des Landes von der Haftar-Miliz zurück. Die Basis befand sich rund sechs Jahre unter der Kontrolle von Haftar. Sie wurde als Ausgangspunkt für zahlreiche Operationen genutzt.

Der Erfolg in al-Watiya ermöglichte den Regierungstruppen weitere Kräfte zu bündeln, um Druck auf die Versorgungslinien der Haftar-Milizen im Süden der Hauptstadt Tripolis auszuüben.

Weitere Verluste drohen

Mustafa al-Mudschie, Sprecher der von der Regierung geführten Operation „Burkan al-Ghadab“ (aus dem Arabischen: „Vulkan der Wut“), teilte der Nachrichtenagentur Anadolu mit, dass die Streitkräfte am Donnerstag die Kontrolle über die Stadt Esabia im Süden Tripolis erlangt hätten. Sie bewegen sich nunmehr in Richtung Mizdah, das 180 Kilometer von der Hauptstadt entfernt liegt.

Die Rückeroberung von Mizdah wäre ein weiterer herber Schlag für die Haftar-Miliz. Durch die Stadt verläuft eine wichtige Logistikroute in die unweit gelegene Stadt Tarhuna, von der aus der Warlord Haftar seine regelmäßigen Angriffe auf Tripolis durchführt.

Haftars illegale Streitkräfte haben mehrere Angriffe zur Einnahme von Tripolis gestartet, bei denen mehr als 1000 Menschen getötet wurden.

Nach dem Sturz des verstorbenen Machthabers Muammar Gaddafi im Jahr 2011 wurde die libysche Regierung in Tripolis 2015 im Rahmen eines politischen Abkommens unter der Führung der UNO ins Leben gerufen.







TRT Deutsch