Milizionäre des libyschen Warlords Khalifa Haftar in der Stadt Bengasi.  (AFP)

Nach Ankündigung eines Waffenstillstands der international anerkannten Regierung Libyens hat ihr Beratergremium den Dialog mit Gegenspieler Warlord Khalifa Haftar abgelehnt. Die Regierung solle einen Dialog nur mit gewählten Gremien führen, teilte der Hohe Staatsrat am Samstag in einer Erklärung mit. Jegliche Form des Dialogs mit Haftar sei davon ausgenommen.

Der Hohe Staatsrat hat seinen Sitz in Tripolis und ist ein beratendes Gremium der Regierung um Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch. Dieser hatte am Freitag einen sofortigen Waffenstillstand für das Bürgerkriegsland ausgerufen.

Positive Signale kamen auch vom Parlament im Osten Libyens, das mit dem Kriegsherrn Haftar verbunden ist. Der Parlamentsvorsitzende Agila Saleh rief ebenfalls zu einem Waffenstillstand auf. Haftar selbst äusserte sich auch am Samstag nicht zu den beiden Ankündigungen.

Deutschland und die Vereinten Nationen begrüßten die Ankündigung einer Waffenruhe. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sprach von „wichtigen und positiven Nachrichten“ aus Libyen. Auch die sechs Staaten des Golf-Kooperationsrates (GCC) begrüßten die Ankündigung.Der GCC umfasst neben den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien, die Haftar unterstützen, auch Bahrain, Kuwait, Oman und Katar.

In Libyen herrscht seit dem vom Westen unterstützten Sturz des Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkrieg. Die Anhänger der Sarradsch-Regierung kämpfen gegen die Truppen und Verbündeten Haftars. Dieserwird aber unter anderem auch durch Ägypten und indirekt durch Frankreich unterstützt.Alle diplomatischen Bemühungen um ein Ende der Gewalt scheiterten bisher wie auch frühere Waffenruhen.

Vor mehr als zwei Monaten hatten Anhänger der Regierung die Kontrolle über mehrere Gebiete nahe Tripolis zurückgewonnen. Damit stoppten sie eine im vergangenen Jahr begonnene Offensive auf die Hauptstadt Tripolis, die Haftar befohlen hatte.

DPA