Symbolbild. Die griechische und türkische Flagge am Mariza-Grenzfluss (AA)
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Die NATO hat Griechenland und Türkiye aufgefordert, ihre Differenzen in der Ägäis beizulegen. Das sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg in einem Interview mit der griechischen Nachrichtenagentur ANA am Dienstag. Es gelte, jede Handlung und Rhetorik zu vermeiden, die die Situation eskalieren könne. „In einer Zeit, in der der Krieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin gegen die Ukraine den Frieden in Europa erschüttert hat, ist es umso wichtiger, dass die Alliierten vereint sind“, sagte Stoltenberg. Die NATO sei ein Bündnis aus 30 Ländern unterschiedlicher Geografie, Geschichte und politischer Parteien, so Stoltenberg. „Wir sollten uns nicht wundern, dass es manchmal starke Meinungsverschiedenheiten gibt.“ Das aber sei Bestandteil der jeweiligen Demokratien, und dennoch arbeite man jeden Tag zusammen, um „die dringendsten Sicherheitsherausforderungen zu bewältigen“. Zu den NATO-Beitrittsgesuchen Finnlands und Schwedens und der Veto-Drohung der Türkei sagte Stoltenberg, es gehe um die „ernsthafte Besorgnis der Türkei über die Terrororganisation PKK“. Die Türkei habe mehr unter Terrorismus gelitten als jeder andere Nato-Verbündete. „Daher hat die Türkei berechtigte Bedenken, die alle Bündnispartner ernst nehmen müssen.“

Die Beziehungen zwischen der Republik Türkiye und Griechenland sind wegen zahlreichen Konfliktthemen angespannt. Ankara fordert unter anderem, dass Griechenland seine östlichen Inseln entmilitarisiert, und beruft sich dabei auf Verträge aus dem 20. Jahrhundert. Athen bezeichnet die Forderung als bewusste Fehlinterpretation jener Verträge und behauptet, das NATO-Mitgliedsland Türkiye verletze die Souveranität Griechenlands in dem Gebiet.

TRT Deutsch und Agenturen