Archivbild: Eine Sitzung des türkischen Parlaments in Ankara

Das türkische Parlament hat der Entsendung von Soldaten nach Aserbaidschan zur Überwachung der Waffenruhe in der Südkaukasus-Region Berg-Karabach zugestimmt. Die Truppen werden in einem gemeinsamen Zentrum mit russischen Soldaten stationiert, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag berichtete. Unter Vermittlung Russlands hatten sich Armenien und Aserbaidschan vergangene Woche auf eine Waffenruhe für Berg-Karabach verständigt.

Das Mandat für die türkischen Truppen ist zunächst auf ein Jahr befristet. Über den genauen Umfang könne Präsident Recep Tayyip Erdoğan entscheiden, berichtete Anadolu.

Etwa 2000 russische Soldaten sind bereits in der Region im Einsatz. Laut dem Erlass kann die Türkei im Rahmen der Friedenssicherungsmission auch ziviles Personal dorthin entsenden.

Zuvor am Montag legte das türkische Präsidialamt dem Parlament den Erlass zur Entsendung von Truppen nach Aserbaidschan vor. Vorausgegangen waren Gespräche in der Hauptstadt Ankara mit russischen Beamten zur Frage, wie die beiden Länder gemeinsam einen von Russland vermittelten und letzte Woche unterzeichneten Waffenstillstand umsetzen wollen. Seit dem Ausbruch der Kämpfe in der Region Berg-Karabach am 27. September konnte das aserbaidschanische Militär mehrere Städte und fast 300 Siedlungen sowie Dörfer von der armenischen Besatzung befreien. Die von Armenien besetzte Region Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verlagerte Armenien Truppen dorthin. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. Armenien setzt auf Russland als Schutzmacht. Aserbaidschan hingegen betrachtet die Türkei als engen Verbündeten.

TRT Deutsch und Agenturen