Archivbild: Dieses Dateifoto von 1982 zeigt die Beerdigungszeremonie des in den USA ermordeten türkischen Diplomaten Kemal Arıkan. (AA)

Die Türkei hat die Freilassung eines armenischen Terroristen in den USA verurteilt, der wegen der Ermordung des türkischen Generalkonsuls in Los Angeles 1982 verurteilt worden war.

Die Freilassung werde „einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen, der gewalttätige Extremisten nur ermutigen wird“, erklärte der amtierende türkische Generalkonsul in Los Angeles, Can Oğuz, am Donnerstag. Auch das türkische Außenministerium kritisierte das Vorgehen aufs Schärfste.

„Es ist eine bedauerliche Entscheidung, die auf kleinlichen politischen Überlegungen basiert. […] das Veto gegen die Freilassung von Hampig Sassounian zu kippen, ist eine völlige und rücksichtslose Missachtung der grundlegenden Prinzipien des Gesetzes“, teilte Oğuz in einer Erklärung mit.

Hampig Sassounian war für die tödlichen Schüsse auf den türkischen Diplomaten Kemal Arıkan verurteilt worden. Der Diplomat saß vor fast vier Jahrzehnten in seinem Auto an einer Kreuzung in Los Angeles, als er erschossen wurde. „Dies ist ein trauriger Tag für Kemal Arıkans Familie, die Menschen in der Türkei und den internationalen Kampf gegen den Terrorismus“, sagte Oğuz.

„Nach der Entscheidung des Los Angeles County Superior Court, die den Weg für die Freilassung des armenischen Terroristen Hampig Sassounian – der Kemal Arıkan, Generalkonsul der Republik Türkei in Los Angeles, ermordet hatte – geebnet hat, erklärte der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom, dass er keine Berufung gegen diese Entscheidung einlegen werde. Wir verurteilen dieses Vorgehen, welches die Gefühle der türkischen Nation zutiefst verletzt, aufs Schärfste“, erklärte wiederum das türkische Außenministerium am Donnerstag.

31 Diplomatenvon armenischen Terrororganisationenermordet

„Diese schwerwiegende Entscheidung, die trotz aller Versuche der US-Regierung nicht rückgängig gemacht werden konnte, steht im Widerspruch zu den universellen Prinzipien des Rechts und dem Verständnis von Gerechtigkeit. 58 türkische Staatsbürger, darunter 31 Diplomaten, haben durch die von armenischen Terrororganisationen verübten Anschläge ihr Leben verloren“, so das türkische Außenamt.

„Dieser Mord, der auf abscheuliche Weise von dem Terroristen Sassounian begangen wurde, der während seiner 38-jährigen Verurteilung nie ein Zeichen der Reue gezeigt hat, wird als ein Verbrechen, das eine kranke und verzerrte Ideologie repräsentiert, nie vergessen werden“, unterstrich das türkische Außenministerium.

Frühere richterliche Entscheidungen, Sassounian auf Bewährung freizulassen, waren zuvor von Kaliforniens Gouverneuren blockiert worden, einschließlich des Amtsinhabers Gavin Newsom. Newsom änderte jedoch seinen Kurs. Er kündigte an, dass er keine Berufung gegen die Entscheidung des Los Angeles County Superior Court für die Freilassung von Sassounian einlegen werde.

Die überwiegende Mehrheit der Angriffe auf türkische Diplomaten und Bürger in den 1970er und 1980er Jahren wurde von den Gruppen ASALA und JCAG durchgeführt, die in den USA und der Türkei als terroristische Gruppen eingestuft werden. Sassounian gehörte der Terrororganisation JCAG an.

Die Attentate wurden weltweit verübt, darunter in den USA, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Libanon, Griechenland, der Schweiz, den Niederlanden, Kanada, Portugal, Iran und Großbritannien.

TRT Deutsch