Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar bei eine Rede.

Im S-400-Konflikt mit den USA hat die Türkei eine teilweise Aktivierung ihrer Langstrecken-Luftabwehrsysteme angeboten. Diese müssten nicht ständig eingesetzt werden, sondern „je nach Bedrohungslage“, erklärte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar am Dienstag.

Griechenlands Umgang mit dem sowjetischen Vorgängermodell S-300, das auf der Insel Kreta stationiert ist, könne als Vorlage für eine Einigung dienen, sagte Akar.

Die Nato stehe hierbei als Vermittler zur Verfügung. „Wir haben gesagt, dass diese Gespräche unter dem Dach der NATO geführt werden könnten. Auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat gesagt, dass er dem Thema positiv gegenübersteht“, so Akar.

Im vergangenen Dezember hatte Washington wegen dem S-400-Kauf Sanktionen gegen die Türkei verhängt, weil das Luftabwehrsystem angeblich nicht mit den Nato-Systemen kompatibel sei. Aus dem gleichen Grund war die Türkei bereits im Juli 2019 aus dem F-35-Kampfjet-Projekt ausgeschlossen worden. Ankara weist die Behauptungen der USA zurück und argumentiert, dass das russische S-400-Verteidigungssystem unabhängig von der NATO-Technik operiert. Die Türkei weist zudem auf Nato-Staaten wie Griechenland, Slowakei und Bulgarien hin, die das Vorgängermodell S-300 verwenden.

Ankara hat bereits mehrmals eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur Lösung der S-400-Frage vorgeschlagen. Washington lehnte das bisher ab und betonte zuletzt, die Sanktionen würden so lange bestehen bleiben, bis die Türkei nicht mehr im Besitz der Abwehrraketen ist.

Nach der Wahl Joe Bidens zum neuen US-Präsidenten ist die Türkei um eineV erbesserung der Beziehungen bemüht. Eine erste Annäherung hatte es vergangene Woche bei einem Telefonat zwischen dem türkischen Präsidentensprecher Ibrahim Kalın und dem neuen Nationalen Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, gegeben.

TRT Deutsch