Der stellvertretende türkische Außenminister und Direktor für EU-Angelegenheiten, Faruk Kaymakçı (AA)

Die Türkei wird im Oktober ein Treffen mit EU-Vertretern zur Visaliberalisierung abhalten. Das teilte der stellvertretende Außenminister Faruk Kaymakcı am Mittwoch bei einer Online-Konferenz über türkisch-europäische Beziehungen mit. Auf der Agenda stehen zudem die Aktualisierung der Zollunion, EU-Beitrittsverhandlungen und Wiederaufnahme regelmäßiger hochrangiger Gespräche zwischen der EU und der Türkei.

Das Treffen werde voraussichtlich schon in den nächsten zwei Wochen stattfinden, kündigte Kaymakcı bei seiner Rede während des Webinars „Deik EU Talks“ an. Weitere Themen des Treffens werden Migration, Terrorismusbekämpfung und Sicherheit sein.

„Deutschland befürwortet Aktualisierung des Zollunionsabkommens“

Laut Kaymakcı befürwortet vor allem Deutschland eine Aktualisierung des Zollunionsabkommens. Auch die künftige Bundesregierung werde dieses Thema priorisieren. „Denn die Unternehmen und Wirtschaftskreise in der EU (...) werden am meisten von diesem Prozess profitieren”, unterstrich der türkische Vize-Außenminister.

Die Visaliberalisierung könnte mindestens 20 Millionen türkischen Staatsbürgern ermöglichen, in den Tourismus-, Dienstleistungs-, Transport- und Wirtschaftssektor der europäischen Länder einbezogen zu werden.

Neue Perspektive in Migrationsfrage?

„Wir werden auch prüfen, ob wir eine neue Perspektive in die Migrationsfrage zwischen der Türkei und der EU einbringen können“, sagte Kaymakcı. Er fügte hinzu, dass die bloße Bereitstellung von Finanzmitteln für Migranten und Flüchtlinge in der Türkei das Problem nicht lösen werde.

Die Türkei beherbergt insgesamt rund fünf Millionen Flüchtlinge - mehr als jedes andere Land der Welt. Nach dem Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 verfolgte die Türkei eine „Politik der offenen Tür“ für Flüchtlinge aus dem Nachbarland. Ihnen wurde zugleich ein vorübergehender „Schutzstatus“ gewährt. Nach Syrern stellen Afghanen die zweigrößte Flüchtlingsgemeinde in der Türkei dar.

TRT Deutsch