Erdoğan nennt Draghis „Diktator“-Ausspruch eine „absolute Unverschämtheit“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat den italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi für eine Bemerkung kritisiert: Ihn als einen „Diktator“ zu bezeichnen sei „vulgär“, konstatierte Erdoğan am Mittwoch.

Italiens Ministerpräsident Draghi hatte in der vergangen Woche mit seinen Äußerungen zur sogenannten Sofagate-Affäre einen Eklat ausgelöst. Bei dem Gipfeltreffen mit den beiden Spitzenpolitikern der EU am Dienstag vergangener Woche war für den Präsident des Europäischen Rats Charles Michel ein großer Stuhl neben dem türkischen Staatschef Erdoğan reserviert. Während die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen Platz auf einem Sofa zugewiesen bekam – gemäß des vorher von der EU übermittelten Protokolls.

Draghis Kommentare gefährdeten die türkisch-italienischen Beziehungen, warnte Erdoğan in einer ersten Stellungnahme zum Vorfall gemahnt. Draghis Bemerkung komme „einer absoluten Unverschämtheit, einer kompletten Vulgarität“ gleich, so der türkische Präsident.

Gerade als sich die Beziehungen zwischen der Türkei und Italien zu verbessern schienen, habe Draghi diese mit seiner Aussage untergraben, fügte der Präsident hinzu. Dabei sei Draghi selbst eine in sein Amt „ernannte“ Person und nicht jemand, der vom Volk gewählt worden sei.

Erdoğan wurde 2014 und 2018 mit deutlicher Mehrheit zum Präsidenten der Türkei gewählt.
Das türkische Staatsoberhaupt forderte vor diesem Hintergrund Draghi zudem dazu auf, die Geschichte Italiens Revue passieren zu lassen – vor allem die Herrschaft des faschistischen Diktators Benito Mussolini. Bevor Draghi einen solchen Kommentar abgebe, solle dieser sich zunächst seiner eigenen Geschichte bewusst werden, erklärte Erdoğan. Dies sei anscheinend nicht geschehen.

TRT Deutsch