Das Foto von Andrey Karlov in der russischen Botschaft in Ankara (AA Archive)

Der mutmaßliche Drahtzieher des Attentats auf den russischen Botschafter in Ankara im Jahr 2016 befindet sich zur Zeit offenbar in Kanada. Das berichtete die Nachrichtenagentur Demirören (DHA) am Montag. Demnach werde sein Aufenthalt in dem Land durch die Behörden geduldet. Bei der von der Türkei gesuchten Person handelt es sich um Cemal Karaata, ein Mitglied der Gülen-Sekte.

Das Attentat auf den russischen Botschafter Andrey Karlov soll er bis aufs letzte Detail geplant haben. Bei dem Anschlag war Karlov nach Schüssen von Mevlüt Mert Altintas, einem weiteren Gülen-Mitglied, ums Leben gekommen. Karaata soll seine Aktivitäten für die Gülen-Sekte im Ausland fortführen. So wirke er insbesondere über Twitter an der Verbreitung von Hetzkampagnen gegen die Türkei mit, schreibt DHA. Karaata wird unter anderem vorgeworfen, „eine bewaffnete terroristische Organisation gegründet oder geleitet zu haben“ sowie „vertrauliche Informationen des Staates zum Zweck der politischen oder militärischen Spionage“ beschafft zu haben. Außerdem wird er des „vorsätzlichen Mordes“ beschuldigt.

Die in der Türkei verbotene Gülen-Sekte wird dort als Fetullahistische Terrororganisation (FETÖ) bezeichnet. Mehrere FETÖ-Mitglieder waren nach dem vereitelten Putschversuch 2016 in der Türkei ins Ausland geflohen. Auch in Deutschland sind Mitglieder der Gülen-Sekte aktiv, werden jedoch strafrechtlich kaum verfolgt. Die Aktivitäten der Sekte fallen insbesondere durch intransparente Strukturen auf.

TRT Deutsch