05. Mai 2022, Berlin: Ein Plakat hängt am Eingang zum Sendehaus des RBB. Dort sind Mitarbeiter in einen Warnstreik getreten. Hintergrund der kurzzeitigen Arbeitsniederlegung sind Meinungsverschiedenheiten über den Einsatz von freien Mitarbeitern im RBB. (DPA)
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Ein Mitarbeiter-Warnstreik hat zu Programmauswirkungen beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) geführt. Am Donnerstag setzte der Hörfunksender rbbKultur zwischen den aktuellen Nachrichten vorproduzierte Ersatzsendungen ein und spielte damit mehr Musik als gewohnt, wie der öffentlich-rechtliche Sender mitteilte. Am Abend etwa wurde die TV-Nachrichtensendung „RBB24 Brandenburg aktuell“ wegen des Ausstands nicht aus einem Studio, sondern draußen am Templiner See produziert.

Im Netz informierte der öffentlich-rechtliche ARD-Sender: „Im RBB gibt es am Donnerstag einen Warnstreik von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Aus diesem Grund können wir Sie nicht so aktuell und ausführlich informieren wie gewohnt.“ Der RBB hat derzeit den Vorsitz der ARD-Sender inne, Intendantin Patricia Schlesinger ist seit Jahresanfang ARD-Vorsitzende. Der RBB thematisierte auch in seinem Programm den Warnstreik. Gewerkschafter hatten zur Arbeitsniederlegung aufgerufen

Gewerkschafter hatten zu der Arbeitsniederlegung aufgerufen, die von 5.30 Uhr bis Mitternacht geplant war. Bei dem Tarifstreit geht es um die freischaffenden Mitarbeiter in dem Sender. Gewerkschaften fordern einen Bestandsschutz. Freischaffende Mitarbeiter, die einen großen Anteil der Beschäftigten ausmachen, hatten schon bei früheren Aktionen ihre Arbeitskraft nicht zur Verfügung gestellt. Dies ist allerdings nun der erste Warnstreik in der Sache.

Am Mittag gab es vor dem Funkhaus in Berlin eine Kundgebung. Nach Angaben des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) beteiligten sich auch festangestellte Mitarbeiter, um Solidarität für ihre freischaffenden Kollegen auszudrücken. Man warte nun auf eine Reaktion des Senders.

RBB-Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus schrieb online: „Nachdem die Gewerkschaften die Verhandlungen für gescheitert erklärt haben, suchen wir jetzt einen Weg, um wieder ins Gespräch zu kommen. Wir bedauern die Einschränkungen im Programm sehr.“

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DPA