Der türkische Präsident Erdoğan trifft Bundeskanzlerin Merkel in Berlin. Archivbild 

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan wird türkischen Medienberichten zufolge am kommenden Sonntag zu einer Libyen-Friedenskonferenz nach Deutschland reisen.

Er wird am 19. Januar am sogenannten Berliner Prozess teilnehmen. Deutschland plant seit längerem die wichtigsten internationalen Akteure im Libyen-Konflikt an einen Tisch zu bringen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Erdoğan hatten erst am Sonntagabend am Telefon über die Lage im nordafrikanischen Bürgerkriegsland Libyen gesprochen. Dort war in der Nacht auf Sonntag eine von der Türkei und Russland vorgeschlagene Waffenruhe in Kraft getreten. Am Montag sollten sich Vertreter der Konfliktparteien in Moskau treffen. In Libyen herrscht seit dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkrieg. Der einflussreiche General Khalifa Haftar versucht, die international anerkannte Regierung der Nationalen Einheit (GNA) von Premierminister Fayez al-Sarradsch zu stürzen. Die Türkei unterstützt al-Sarradsch und hatte jüngst Soldaten nach Libyen entsandt. Der Warlord Khalifa Haftar erhält Unterstützung von zahlreichen regionalen und internationalen Akteuren. Dazu zählen Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Russland und Frankreich. Am Sonntagnachmittag hatte sich Erdoğan mit al-Sarradsch in Istanbul getroffen. Worum es im Detail ging, blieb unklar. Am Montag soll der türkische Präsident zum Thema Libyen den italienischen Regierungschef Giuseppe Conte in Ankara treffen, der al-Sarradsch unterstützt, aber auch mit Haftar in Kontakt steht.

TRT Deutsch und Agenturen