10.05.2022, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Volker Wissing (FDP), Bundesdigitalminister, spricht vor der G7-Digitalministerkonferenz zu Journalisten. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs beraten die Digitalminister der G7-Staaten ab heute in Düsseldorf darüber, wie sie bei der Cybersicherheit stärker an einem Strang ziehen können. (DPA)
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Vor dem Hintergrund des Kriegs in Osteuropa sieht Bundesdigitalminister Volker Wissing (FDP) eine höhere Gefahr von Cyberattacken. „Im Zusammenhang mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine hat natürlich auch die Cyberabwehr besondere Bedeutung erlangt“, sagte der FDP-Politiker zum Auftakt eines Treffen der G7-Digitalminister am Dienstag in Düsseldorf. „Die Gefahr von Angriffen ist gestiegen.“ Daher sei es wichtig, Erfahrungen international auszutauschen und Systeme zu optimieren. Ein Aspekt des Gipfels sei auch die Unterstützung der Ukraine. „Ich habe den ukrainischen Kollegen gebeten, uns eine neue Liste zu schicken mit den Dingen, die sie konkret brauchen“, sagte der FDP-Politiker. „Damit wir gemeinsam dafür sorgen können, dass Hardware vorhanden ist.“ Es war geplant, den für Digitales zuständigen ukrainischen Minister Mykhailo Fedorow bei dem Treffen als Gast online zuzuschalten. Wissing forderte zudem vor dem G7-Treffen mehr Zusammenarbeit. Dazu gehörten internationale Regeln für die Nutzung des Internets und eine gemeinsame Cyberabwehr. „Die Digitalisierung basiert auf einem globalen Netzwerk, und deswegen brauchen wir den freien Datenfluss, wir brauchen den freien Datenaustausch, aber natürlich in einem Raum, der Regulierungen enthält“, sagte der FDP-Politiker am Dienstag im Deutschlandfunk. „Wir wollen keine Summe von Intranetzen haben“ Man müsse deswegen verhindern, dass jedes Land seine eigenen Regeln im Netz aufstelle. „Wir wollen keine Summe von Intranetzen haben, sondern wir wollen ein Internet haben, das ganz im Sinne der Erfinder freien Zugang ermöglicht“, sagte der Minister. „Wenn wir uns abschotten, dann können wir die Potenziale der Digitalisierung nicht mehr nutzen.“ Deswegen brauche es internationale Regeln, die etwa den Schutz von Daten sowie eine faire Wettbewerbssituation gewährleisten. Außerdem müsse man gegen Cyberkriminalität vorgehen und Abwehrsysteme stärken. „Und das können wir gemeinsam am besten auf den Weg bringen.“ Etwa, indem man modernste Technologien miteinander teile. So könne sichergestellt werden, „dass das Netz offen bleibt, frei bleibt und gleichzeitig geschützt“. Bei dem G7-Treffen in Düsseldorf geht es um die Frage, wie die sieben Staaten bei der Cybersicherheit und anderen Internetthemen stärker an einem Strang ziehen können. Deutschland hat in diesem Jahr den Vorsitz der G7. In der Gruppe sind außerdem die USA, Kanada, Italien, Frankreich, Großbritannien und Japan.

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