Eine Rentnerin hält ihren Rentenbescheid in der Hand. Schon aktuell reicht es für drei Prozent der Rentner nicht für eine Rente über die Grundsicherung hinaus aus.

In Deutschland verdienen mehr als zehn Millionen Menschen zu wenig, um später eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu erreichen. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage hervor.

Für eine Rente oberhalb des Grundsicherungsniveaus, der aktuell im Durchschnitt bei 841 Euro liegt, müssen Beschäftigte rechnerisch über 45 Jahre hinweg mehr als 23 886 Euro Brutto pro Jahr verdienen. Dem Ministerium zufolge erreichte im vergangenen Jahr rund ein Drittel der fast 33,5 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Menschen ein solches Einkommen nicht.

Grundsicherung im Alter bekommen Menschen, die über so wenig eigenes Einkommen – einschließlich Rente – und Vermögen verfügen, dass es für den Lebensunterhalt nicht reicht. Auf Antrag stockt der Staat dann auf.

Das Ministerium verwies allerdings darauf, dass sich Aussagen zum Einkommen über die gesamte Berufszeit hinweg auf Basis dieser Auswertung nicht treffen ließen. „Darüber hinaus können aus der Höhe einer Rentenanwartschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung grundsätzlich keine Rückschlüsse auf die Bedürftigkeit in der Grundsicherung im Alter gezogen werden, da u. a. weitere Alterseinkommen und der Haushaltskontext berücksichtigt werden müssen”, heißt es in der Antwort weiter.

Ein Sprecher der Deutschen Rentenversicherung nannte die Zahlen irreführend. Der Anteil der über 65-jährigen, die heute Grundsicherung erhielten, weil sie nicht über ein ausreichendes Einkommen verfügten, liege bei drei Prozent.

Den Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung zufolge soll sich dieser Wert bis 2030 maximal verdoppeln: „Nach von der Rentenversicherung in Auftrag gegebenen Berechnungen werden auch im Jahr 2030 mehr als 94 Prozent der künftigen Rentnergeneration über so viel Einkommen verfügen, dass sie im Alter keine ergänzende Grundsicherung beziehen müssen.”

DPA