Der neue Augsburger Bischof Bertram Meier hat die CSU aufgerufen, sich stärker für muslimische Kandidaten zu öffnen. „Es müssen sich nicht alle taufen lassen, wenn sie christliche Werte gutheißen. Wenn ich nichtchristliche Kandidaten nicht zulassen möchte, muss ich mich fragen lassen: Will ich, dass in Deutschland eine muslimische Partei entsteht?“, sagte Meier der Samstagsausgabe der „Augsburger Allgemeinen“. „Mir ist eine Öffnung der C-Partei auch für Muslime lieber und es ist auch besser für die Integration“, betonte der vom Papst neu ernannte Bischof des Bistums Augsburg. „Mir ist es wichtig, wenn jemand in einer C-Partei ist, dass er dann auch versucht, die mit dem C verbundenen Werte zu akzeptieren und auch in seinem politischen Handeln voranzubringen.“ Der CSU-Ortsverband Wallerstein im Kreis Donau-Ries hatte für Schlagzeilen gesorgt, weil dort ein möglicher muslimischer CSU-Bürgermeisterkandidat, Şener Şahin, wegen Widerstands an der Parteibasis aufgab. Wenig später wurde im Rennen um den Chefposten im Rathaus von Neufahrn in Oberbayern der erste muslimische Bürgermeisterkandidat der CSU gekürt. Kritiker sahen darin keine Öffnung der Partei, sondern einen strategischen Schachzug für das Image. CSU-Generalsekretär Markus Blume behauptete aber: „An seinem Beispiel zeigt sich: In der CSU als Volkspartei ist alles möglich und das ist auch gut so.“

Der 59 Jahre alte Meier leitet die Diözese bereits seit vergangenem Sommer als Diözesanadministrator. Er galt bereits vor zehn Jahren als Bischofsanwärter in Augsburg. Damals wurde ein Nachfolger für Walter Mixa gesucht, der als Bischof zurücktrat, nachdem ihm die körperliche Misshandlung von Heimkindern vorgeworfen worden war.

TRT Deutsch und Agenturen