15. Dezember 2023: Der Fotojournalist Mustafa Alkharouf liegt nach dem israelischen Angriff in Ost-Jerusalem im Krankenhaus. / Photo: AA (AA)
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Der Angriff israelischer Polizisten auf einen Fotojournalisten der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu (AA) hat einen internationalen Aufschrei ausgelöst. Die Nichtregierungsorganisation „Komitee zum Schutz von Journalisten“ (CPJ) sprach von einem „Schock“ und rief Israel zu Transparenz im Umgang mit Journalisten auf, wie AA am Samstag berichtete. Auch aus Deutschland und den Vereinten Nationen kam scharfe Kritik.

Die israelische Attacke auf Mustafa Alkharouf ereignete sich am Freitag im besetzten Ost-Jerusalem. Der Fotojournalist wollte Aufnahmen von einer Gruppe von Palästinensern machen, die sich in der Nähe der Al-Aqsa-Moschee zum Freitagsgebet versammelt hatte. Die israelische Polizei ging zunächst mit gezogenen Waffen auf den Medienschaffenden los, warf ihn dann zu Boden und schlug ihn nieder. Alkharouf musste daraufhin ins Krankenhaus eingewiesen werden.

Das CPJ wies auf die immer wieder stattfindenden Angriffe auf Journalisten im besetzten Westjordanland und Israel hin. Die israelischen Behörden müssten die Beteiligten zur Rechenschaft ziehen und den Medienschaffenden Schutz gewähren, forderte die NGO und rief Tel Aviv dazu auf, die Angriffe auf Journalisten unverzüglich einzustellen.

Deutschland und UN kritisieren Angriff auf Journalisten

Auch die deutsche Regierung zeigte sich besorgt über die zunehmenden Angriffe auf Journalisten im israelisch-palästinensischen Konflikt. Das deutsche Außenministerium betonte die Bedeutung der Pressefreiheit und forderte die Aufarbeitung von Angriffen auf Journalisten. Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, kritisierte das Verhalten der israelischen Polizei bei dem Angriff auf den AA-Fotojournalisten als „erschreckend und sehr beunruhigend“.

Alessandra Vellucci, Direktorin des UN-Informationsdienstes, forderte alle Beteiligten auf, die internationalen Menschenrechtsbestimmungen einzuhalten und den Schutz von Journalisten zu gewährleisten. Medienausrüstung, Büros und Studios sollten nicht Ziel von Angriffen oder Repressalien sein, sagte sie. Der Vorsitzende der Internationalen Journalisten-Föderation (IFJ) sprach von „gewalttätigen und aggressiven“ Angriffen auf den AA-Fotojournalisten. Die Angriffe seien ein „Albtraum“.

TRT Deutsch