In Verbindung mit dem Tod der 27-jährigen Universitätsstudentin Pınar Gültekin hat die türkische Polizei einen Mann in der südwestlichen Provinz Muğla verhaftet. Es handle sich dabei um ihren Ex-Freund. Türkischen Medienberichten zufolge soll dieser die junge Frau umgebracht und anschließend die Leiche versteckt haben.

Gültekin studierte Wirtschaft an der Muğla-Sıtkı-Koçman-Universität im Südwesten der Türkei. Am 16. Juli wurde sie von ihrer Familie als vermisst gemeldet, nachdem der Kontakt abbrach.

Das letzte Lebenszeichen erhielt die Familie der jungen Frau am Donnerstag. Gültekin hatte ihrer Schwester in einem Telefonanruf gesagt, sie würde einkaufen gehen. Nachdem Mutter und Schwester sie daraufhin nicht mehr erreichen konnten, meldeten sie sie als vermisst.

Bei einer Suchaktion in einem Wald im Bezirk Menteşe wurde Gültekins Leiche am Dienstag von der örtlichen Gendarmerie gefunden. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um ihren ehemaligen Partner Cemal Metin Avcı. Nach der Verhaftung gestand Avcı im Verhör den Mord an Gültekin.

Der Tathergang hat in der ganzen Türkei großes Entsetzen ausgelöst. Avcı soll Gültekin zuerst geschlagen haben, bevor er sie zu Tode erwürgt habe. In seinem ersten Geständnis sagte der Täter, er habe nach der Trennung wieder mit Gültekin zusammenkommen wollen. Als sie sich geweigert habe, habe er sie in einem Wutanfall getötet.

Gültekin habe ihre Beziehung zu Avcı beendet, nachdem sie herausgefunden habe, dass er verheiratet ist, erklärte die Schwester des Opfers.

Härteste Strafe

„Unser Ministerium verfolgt das Gerichtsverfahren genau, um sicherzustellen, dass der Täter hinter Gültekins brutalem Mord die härteste Strafe erhält.“ Das teilte Zehra Zümrüt Selçuk, die türkische Ministerin für Familie, Arbeit und Soziales, auf Twitter mit.

Der Sprecher der türkischen Nationalversammlung, Mustafa Şentop, sprach auf Twitter der Familie des Opfers sein Beileid aus. Bei Gewalt gegen Frauen müsse die härteste Strafe verhängt werden, fügte er hinzu.

In mehreren türkischen Städten werden am Mittwochabend Kundgebungen gegen Femizide erwartet.

TRT Deutsch