Leere Straßen in Istanbul aufgrund des 48-stündigen Ausgangsverbots. 

Die Türkei hat am Freitagabend wegen der Coronavirus-Pandemie eine Ausgangssperre für 31 Städte angeordnet. Die Bewohner der Städte, darunter die Hauptstadt Ankara und die Millionenmetropole Istanbul, dürfen für 48 Stunden ihre Wohnungen nicht verlassen, wie das Innenministerium mitteilte.

Die neue Ausgangssperre bedeutet, dass etwa 64 Millionen Menschen, also rund 78% der Gesamtbevölkerung, das Wochenende in ihren Häusern verbringen werden. Betroffen sind auch die Provinzen Adana, Antalya, Aydın, Balıkesir, Bursa, Denizli, Diyarbakır, Erzurum und Eskişehir, Gaziantep, Hatay, Izmir, Kahramanmaraş, Kayseri, Kocaeli, Konya, Malatya, Manisa, Mardin, Mersin, Muğla, Ordu, Sakarya, Samsun, Şanlıurfa, Tekirdağ, Trabzon, Van und Zonguldak.

Verbraucher strömten nur Stunden vor der Ausgangssperre in Supermärkte und Bäckereien, um sich noch mit notwendigen Lebensmitteln einzudecken. Der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge bleiben Bäckereien, Kliniken, Apotheken und Institutionen und Firmen, die systemrelevante Dienstleistungen anbieten, jedoch geöffnet.

Menschen dürften auch zu Begräbnissen von Verwandten ersten Grades gehen. Personen, die sich nicht an die Ausgangssperre halten, werden mit einer Geldstrafe geahndet oder könnten sogar inhaftiert werden.

Die Türkei hat bisher rund 47.000 Infektionsfälle gemeldet. Die Zahl der Todesopfer hatte am Freitag die 1000er-Marke überschritten.

Ankara hatte zuletzt die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verstärkt und Ausgangssperren für Unter-20-Jährige und Menschen über 65 Jahre angeordnet sowie mehrere Orte unter Quarantäne gestellt.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus hatten die Behörden außerdem die Schulen geschlossen, internationale Flüge ausgesetzt und gemeinschaftliche Gebete sowie Versammlungen verboten.

TRT Deutsch und Agenturen