Semperopernball zeichnet Ägyptens Diktator al-Sisi aus.

Der Opernballverein hat am Samstag bekanntgegeben, dass die deutsche Fernsehmoderatorin und Journalistin Mareile Höppner der Veranstaltung nach anfänglicher Zusage nun auch absagt. Nach zwei Absagen ist unklar, wer den Dresdner Semperopernball am kommenden Freitag an der Seite von Schlagersänger Roland Kaiser moderieren wird.Der Opernballverein will sich nach Angaben eines Sprechers am Montag dazu äußern, wer den Job von Höppner übernehmen wird.

Das Fass zum Überlaufen brachten offenbar Anfeindungen, die sich gegen die Person der Moderatorin richteten. Höppner erklärte, sie sei „seit der Bekanntgabe der Übernahme der Moderation einem Ansturm von Hass und Anfeindungen ausgesetzt“.

Wegen der umstrittenen Verleihung des St.-Georgs-Ordens des Semperopernballs an Ägyptens Machthaber Abdelfattah al-Sisi hatte am Mittwochabend die ARD-Nachrichtensprecherin Judith Rakers ihre Zusage zurückgezogen. Am Donnerstag war dann mitgeteilt worden, dass Höppner diesen Job übernimmt - an der Seite von Kaiser. Der Sänger hatte die Vergabe des Preises an al-Sisi ebenfalls heftig kritisiert, will aber als Moderator des Balls auf der Bühne stehen. Am Wochenende äußerte er sich nicht zur Absage Höppners.

Höppner wandte sich auf Instagram auch an den Schlagersänger: „Ich wünsche meinem Kollegen Roland Kaiser viel Kraft für diesen Abend. Von dem Verantwortlichen des Balls erwarte ich, dass er endlich wirklich neue Zeichen setzt.“ Sie habe gehofft, „nach all den Skandalen und der sehr berechtigten Kritik an der Auswahl eines Preisträgers“ einen Semperopernball im Sinne „unserer guten demokratischen Werte“ gestalten zu können.

Der Opernballverein hatte den Diktator al-Sisi am Sonntag vor einer Woche einen seiner St.-Georgs-Orden überreicht - in der Kategorie Politik und Kultur. Der frühere General und Armeechef war 2013 nach einem Militärputsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Mohammed Mursi an die Macht gekommen. Seitdem geht er hart gegen Oppositionelle und Kritiker vor, Meinungs- und Versammlungsfreiheit wurden stark eingeschränkt.

DPA