Die ebenfalls von mehreren Drohschreiben betroffene Frankfurter Anwältin Seda Başay-Yıldız hat den hessischen Innenminister Peter Beuth (CDU) scharf kritisiert und ihm Untätigkeit vorgeworfen. Er habe sich nie bei ihr oder ihrer Familie gemeldet, erklärte Başay-Yıldız am Freitag.
Im Gegensatz dazu habe die Präsidentin des Landeskriminalamts (LKA), Sabine Thurau, wiederholt das persönliche Gespräch gesucht und dafür gesorgt, „dass mein Kind, das nach wie vor massiv bedroht wird, seit nunmehr 1,5 Jahren geschützt wird“, erklärte die Anwältin.
Beuth hatte zuvor speziell dem Landeskriminalamt (LKA) schwere Versäumnisse vorgeworfen. So habe er erst am Mittwoch erfahren, dass auch Daten der Linken-Politikerin Janine Wissler von einem Polizeirechner abgerufen worden seien, sagte der Minister am Donnerstag. Das LKA habe einen Polizisten befragt, diese Information aber nicht weitergegeben. Dies sei völlig inakzeptabel. Wissler wird seit Februar wiederholt in Mails bedroht.
Başay-Yıldız hatte im Münchner Prozess um die Morde des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) Opferfamilien als Nebenklägerin vertreten. Wie auch in Wisslers Fall wurden vor Versendung der Drohmails mit der Unterschrift „NSU 2.0“ persönliche Daten von Polizeicomputern abgefragt.

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DPA