WHO in Genf

Das neuartige Coronavirus könnte nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation womöglich nie wieder verschwinden. Die Menschen in aller Welt müssten möglicherweise lernen, mit dem Virus zu leben, warnte die WHO in Genf. Es sei möglich, dass das Virus nie ganz ausgemerzt werden könne, sagte Michael Ryan, WHO-Direktor für Gesundheitsnotfälle, bei einer Videopressekonferenz. Es sei „sehr schwer vorherzusagen, wann wir über die Oberhand über das Virus gewinnen“, sagte Ryan. „Dieses Virus könnte ein weiteres endemisches Virus in unseren Gemeinschaften werden und dieses Virus könnte niemals verschwinden“, ergänzte Ryan und verwies auf das Aids-Virus HIV. „HIV ist nicht verschwunden - aber wir kommen damit klar.“ Viele Länder würden die verschiedenen Maßnahmen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des Virus gerne zurückfahren, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Gebreyesus mit Blick auf erste Lockerungen. Die WHO empfehle jedoch für alle Länder weiterhin „die höchstmögliche Alarmstufe“. Es bestehe weiter die Gefahr einer zweiten Infektionswelle. Der irische Epidemiologe Ryan fügte hinzu, es sei noch ein „langer, langer Weg“ zurück zur Normalität. Seitdem das neuartige Coronavirus Ende vergangenen Jahres erstmals in China aufgetaucht war, haben sich mehr als 4,2 Millionen Menschen weltweit damit infiziert, fast 300.000 Menschen starben. Seit dem Auftreten der ersten HIV-Infektionen vor 35 Jahren haben sich laut Unaids etwa 78 Millionen Menschen mit dem Erreger infiziert. 35 Millionen starben demnach an den Folgen ihrer Aids-Erkrankung.

AFP