Bootsunglück vor Kreta und vor Küste Libyens - Migranten ertrunken (Symbolbild)

Bei einem Bootsunglück vor der griechischen Insel Kreta sind mindestens vier Migranten ertrunken, unter ihnen zwei Kinder. Die Küstenwache befürchtet jedoch, dass es noch mehr Opfer geben könnte. 14 Menschen wurden mehrere Stunden nach dem Unglück nämlich noch vermisst. 57 Menschen seien aus dem Wasser gerettet worden, berichtete der Staatsrundfunk (ERT) am Dienstag. Ein Offizier der Küstenwache sagte, das Boot der Migranten sei wegen der starken Winde am Montagabend rund zwölf Seemeilen (rund 22 Kilometer) vor Kreta gekentert. Die Rettungsmannschaften suchten auch mit Hubschraubern nach weiteren Menschen. Schleuser versuchen immer wieder, Migranten von der türkischen Ägäisküste auf einer gefährlichen Route, die in den meisten Fällen südlich von Kreta verläuft, nach Italien zu bringen. In der Region herrschten am Dienstag Winde der Stärke acht.

UN: Womöglich mehr als 20 Migrantenertrunken

Nach einem Bootsunglück vor der Küste Libyens befürchten die Vereinten Nationen, dass mehr als 20 Migranten ertrunken sind. Zwei Leichen seien aus dem Mittelmeer geborgen worden, sagte die Sprecherin der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Safa Msehli, am Dienstag in Genf. 22 Menschen würden noch vermisst, nachdem ein Schlauchboot gekentert sei. Bei den meisten Opfern handele es sich wohl um Ägypter. Das Schlauchboot war demnach eines von dreien, die am Sonntag in der libyschen Stadt Sawia abgelegt hatten. An Bord seien ägyptische und marokkanische Migranten gewesen. Die libysche Küstenwache habe am Montag 45 Menschen in die Hauptstadt Tripolis zurückgebracht. Der IOM zufolge sind in diesem Jahr auf der zentralen Route über das Mittelmeer nach Südeuropa rund 400 Migranten ums Leben gekommen. In Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Bürgerkrieg und Chaos. Der nordafrikanische Staat hat sich seitdem zum zentralen Transitland für Migranten auf dem Weg nach Europa entwickelt.

DPA