Bei einer internationalen Razzia gegen den Handel mit gestohlenen Kulturgütern sind weltweit mehr als hundert Verdächtige festgenommen worden. Rund 19.000 aus Museen und archäologischen Stätten in Kriegsgebieten gestohlene Artefakte seien beschlagnahmt worden, teilte Interpol in Lyon mit. Darunter seien Geldmünzen aus verschiedenen Epochen, historische Waffen, Gemälde und Fossilien. An dem von Interpol, Europol und der Weltzollorganisation koordinierten Polizeieinsatz beteiligten sich 103 Staaten, wie Interpol mitteilte. Insgesamt seien 300 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Gut die Hälte der sichergestellten Kulturgüter war nach Interpol-Angaben in Internetportalen zum Verkauf angeboten worden. Allein am Flughafen von Kabul beschlagnahmten Zollbeamte laut der internationalen Polizeibehörde fast tausend Kulturgüter. Spaniens Polizei nahm drei Schmuggler fest. In Zusammenarbeit mit den kolumbianischen Behörden hätten die spanischen Sicherheitskräfte unter anderem seltene präkolumbianische Raubkunstobjekte sichergestellt, darunter eine Tumaco-Goldmaske, hieß es in der Mitteilung.

Fast 250 gestohlene präkolumbianische Artefakte sichergestellt Die kolumbianischen Behörden stellten bei Hausdurchsuchungen in Bogotá fast 250 gestohlene präkolumbianische Artefakte sicher. Es handele sich um die größte derartige Beschlagnahmung in der Geschichte des Landes, erklärte Interpol. „Die organisierte Kriminalität hat viele Gesichter“, erklärte Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock. Dazu zähle auch der illegale Handel mit Kulturgütern. Dieser sei kein „glamouröses Geschäft, das von extravaganten und eleganten Fälschern geleitet wird, sondern von kriminellen internationalen Netzwerken“. Da praktisch jedes Land der Erde als Ausgangspunkt, Transitland oder Ziel des Handels mit gestohlenen Kulturgütern betroffen sei, sei die internationale Zusammenarbeit im Kampf dagegen unverzichtbar.

AFP