12. Juni 2022, Kfeir, Libanon: Ein Blick in die griechisch-orthodoxe Kirche von Kfeir. (AA)
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Die historische griechisch-orthodoxe Kirche in Kfeir im Libanon wurde mit Unterstützung der Türkischen Agentur für Zusammenarbeit und Koordinierung (TIKA) renoviert und instand gesetzt. Die öffentliche Einrichtung, die weltweit Entwicklungshilfe leistet, war am vergangenen Sonntag Gastgeber einer Veranstaltung zur Wiedereröffnung der renovierten Kirche, die vor 170 Jahren gebaut wurde. Sie bietet 300 Menschen Platz.

Zeichen religiöser Toleranz im Geiste des osmanischen Erbes

Vertreter der TIKA und der türkische Botschafter in Beirut, Ali Barış Ulusoy, nahmen an der Zeremonie gemeinsam mit Kirchenvertretern, dem Bürgermeister von Kfeir und dutzenden Gästen an der Veranstaltung teil, wie „Daily Sabah“ berichtet. Bischof Constantin, der für die Region zuständig ist, in der sich die Kirche befindet, überreichte dem Botschafter und dem TIKA-Koordinator für Beirut, Orhan Aydın, einen Anerkennungspreis für die türkische Unterstützung der Kirche.

Botschafter Ulusoy sagte bei der Veranstaltung, dass die TIKA mit der Kirchenstiftung in einer Zeit der Wirtschaftskrise im Libanon zusammengearbeitet habe, als die Kirche Schwierigkeiten hatte, Spenden für Renovierungsarbeiten zu erhalten.

Kfeir ist ein Dorf in der Nähe der südlichen Grenze des Libanon zu Israel mit etwa 10.000 Einwohnern. Die meisten von ihnen sind Drusen oder Angehörige der christlichen Gemeinde. Im Jahr 2015 hatte die TIKA bereits eine Kirche in Akkar im Nordlibanon renoviert. Ankara unterstützt seit langem humanitäre Bemühungen im Libanon

Türkiye unterstützt seit langem die humanitären Bemühungen im Libanon. Nach dem Krieg zwischen dortigen proiranischen Milizen und Israel im Jahr 2006, der Zivilisten und die Infrastruktur stark in Mitleidenschaft zog, hat Ankara über Nichtregierungsorganisationen (NRO) humanitäre Hilfe im Wert von 20 Millionen US-Dollar (19,1 Millionen Euro) in das Land gebracht.

Türkiye hat zudem eine Schlüsselrolle beim Bau neuer Schulen gespielt. Der Türkische Rote Halbmond (Kızılay) hat 37 Schulen in Fertigbauweise errichtet, während die türkische Behörde für Katastrophen- und Notfallmanagement (AFAD) den Bau von weiteren 20 Schulen übernommen hat. Die TIKA ist seit der Eröffnung eines Büros im Libanon im Jahr 2014 aktiv und hat mehrere Projekte in den Bereichen Bildung und Gesundheit sowie Restaurierungsarbeiten an historischen Stätten durchgeführt. Nach den Explosionen im Hafen von Beirut im Jahr 2020 begann die TIKA mit dem Transport von 400 Tonnen Weizen, um dem Land zu helfen, nachdem die Explosion die Getreidesilos im Hafen zerrissen hatte.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1992 ist die Agentur dafür zuständig, offizielle Vorhaben Türkiyes im Rahmen der Entwicklungshilfe zu erleichtern, indem sie vor Ort Hilfe leistet. TIKA hat auf diese Weise bereits in 140 Ländern weltweit zur Linderung von Leid beigetragen und ist permanent in 50 Ländern tätig.

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TRT Deutsch