11.12.2021, Österreich, Wien: Menschen versammeln sich zu einem Protest gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung, insbesondere die geplante Impfpflicht. (DPA)
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Für einen echten Dialog auf Augenhöhe von Impfgegnern und -befürwortern spricht sich der österreichische Polizeipsychologe Barnabas Strutz in der „Kronen Zeitung“ aus. Denn, so Strutz: „Die Menschen stehen unter Druck. Um dem gegenzusteuern, ist ein breiter Diskurs mit den Menschen nötig, um ihnen ihre Ängste zu nehmen.“

Vor allem rechtsextreme „Trittbrettfahrer“ könnten militant agieren

Sollte die Impfpflicht wirklich kommen, werde die Lage wohl weiter eskalieren. Denn wenn Menschen unter Druck gerieten, gäbe es drei Möglichkeiten: „Die meisten beugen sich, andere entwickeln Fluchttendenzen, ganz wenige neigen zu Kampf“, erklärt Psychologe Strutz. Zu letzteren zählt er insbesondere die politisch extremen Trittbrettfahrer und politischen Akteure, die sich unter die friedlichen Demonstranten mischen.

Von der Politik wünscht er sich weniger spalterische Töne, sondern mehr Verbindendes. „Die Politik muss transparenter kommunizieren, wie wir gemeinsam aus der Pandemie kommen. Man darf Zweifler nicht lächerlich machen, wir müssen nach Corona wieder alle gemeinsam zurechtkommen.“

Dialog auf Augenhöhe als Lösung

„Ein echter Dialog auf Augenhöhe wäre die Lösung. Die Betroffenen fühlen sich nicht ernst genommen, ihre Argumente zählen in ihren Augen nichts. Und wenn der Diskurs nicht gegeben ist, dann bleibt Raum für Fantasien.“ Man müsse die Menschen trotz allem ernst nehmen, mahnt der Psychologe. Die drohende Impfpflicht löse einen Riesenkonflikt aus. Viele Menschen stünden so unter Druck, dass „noch einiges zu befürchten“ sei. „Denn Druck erzeugt Gegendruck, und zu viel Druck erzeugt Eskalation“, so Strutz.

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TRT Deutsch