Symbolbild. Muslime in Frankreich protestieren gegen Islamophobie. (AA)

Um Opfern von islamophoben Angriffen in Europa zu helfen, richtet das Amt für Auslandstürken und verwandte Gemeinschaften (YTB) ein Online-Dokumentationsportal ein. Ziel ist die Erfassung islamfeindlicher Vorfälle und die anschließende juristische Unterstützung der Opfer, wie das Amt am Montag auf Twitter mitteilte.

Hintergrund des Projekts sei die mangelnde Erfassung islamophober Vorfälle, sagte YTB-Präsident Abdullah Eren im „Unterausschuss zur Untersuchung und Erforschung des zunehmenden Rassismus und der Islamophobie in Europa“. Demnach melden lediglich 20 Prozent der Diskriminierungsopfer die Vorfälle den Behörden.

Dies hat laut Eren mehrere Gründe: „Erstens: Die Menschen wollen nicht mit der Polizei konfrontiert werden. Zweitens: die Rechtsverfolgung. Selbst wenn man die Vorfälle den Behörden mitteilt, entstehen Anwaltskosten und es gibt keinen institutionell verankerten Mechanismus zur Rechtsverfolgung. Drittens: Die Polizei stuft diese Angriffe grundsätzlich nicht als Hassverbrechen ein.“

Mit Verweis auf Statistiken von Vereinen berichtete Eren von mehr als 15.000 islamfeindlichen Vorfällen in den letzten fünf Jahren: in Deutschland, Frankreich, Belgien, Österreich und den Niederlanden.

Die Erfassung der Diskriminierungsfälle soll auf der Internetseite „Hate and Extremism Litigation and Prevention“ erfolgen. Betroffene sollen dort mitteilen können, wo, wann und wie sie Opfer eines Angriffs wurden. Zudem sollen die Personen durch NGOs und Anwälte unterstützt werden, wie Eren versicherte. Die Internetseite werde sich nicht nur an türkische Staatsbürger richten, sondern an alle Diskriminierungsopfer.

TRT Deutsch