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Spaniens Regierungschef dankt Merz für Einstehen gegenüber Trump nach dessen Kehrtwende
Sieht so Zusammenhalt aus? Trump droht Nato-Mitglied Spanien, Merz schweigt öffentlich dazu. Madrid reagierte verärgert. Jetzt sind die Töne ganz anders.
Spaniens Regierungschef dankt Merz für Einstehen gegenüber Trump nach dessen Kehrtwende
Der Regierungspräsident Pedro Sánchez tritt im Moncloa-Palast vor die Medien. / Foto: Diego Radamés/EUROPA PRESS/dpa / DPA
vor 5 Stunden

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez hat nach der Verstimmung in der Beziehung zu Deutschland von einem sehr guten Verhältnis gesprochen. Er wolle Bundeskanzler Friedrich Merz dafür danken, dass dieser US-Präsident Donald Trump nach dessen Drohung gegen Spanien in einem privaten Treffen die Solidarität Deutschlands mit Spanien dargelegt habe, sagte Sánchez am Rande eines Treffens europäischer Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Das sei für ihn entscheidend. Spanien habe zur deutschen Regierung „das beste Verhältnis“.

Trump hatte Anfang März bei einem Treffen mit Merz in Washington harte Kritik an den Regierungen in Madrid und London geübt. „Spanien hat tatsächlich gesagt, dass wir ihre Stützpunkte nicht nutzen dürfen“, beschwerte sich Trump mit Blick auf die völkerrechtswidrigen US-Angriffe auf den Iran. Deshalb habe er seinen Finanzminister angewiesen, „alle Deals“ mit Madrid einzustellen. Vor laufenden Kameras ging Merz im Weißen Haus nicht auf die Angriffe Trumps ein.

Später betonte Merz mit Blick auf den US-Zollkonflikt mit der EU, Spanien sei Mitglied der EU. „Und als solches führen wir Verhandlungen über ein Zollabkommen mit den USA nur gemeinsam oder gar nicht“, stellte Merz klar. Das öffentliche Schweigen hatte die Regierung in Madrid verärgert.

Spanien ist innerhalb der EU einer der schärfsten Kritiker von Trumps Politik und setzt sich deutlich von dem eher auf Schadenbegrenzung bedachten Kurs anderer europäischer Staats- und Regierungschefs wie etwa Merz ab.

US-israelischer Angriffskrieg gegen den Iran

Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgen auch in zivilen Wohngebieten.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums töteten Israel und die USA bisher mindestens 1.444 Menschen im Iran. Mehr als 18.550 Menschen wurden demnach verletzt.

Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Offizielle Stellen meldeten bisher mindestens 109 Tote und Tausende Verletzte.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen