WELT
2 Min. Lesezeit
Deutschland und fünf andere Staaten: Iran soll Schiffe nicht ins Visier nehmen
Als Reaktion auf die US-israelischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Iran reagiert das Land mit Gegenschlägen auf Öl- und Gasanlagen in der Golfregion. Zudem werden Schiffe mit Verbindungen zu den Aggressoren gestoppt. Der Westen ist erbost.
Deutschland und fünf andere Staaten: Iran soll Schiffe nicht ins Visier nehmen
Frachtschiffe fahren im Arabischen Golf in Richtung der Straße von Hormus. / Foto: Uncredited/AP/dpa / DPA
vor 6 Stunden

Deutschland und fünf andere Staaten haben den Iran zum sofortigen Stopp von Vergeltungsschlägen auf Schiffe in der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Straße von Hormus aufgefordert. In einer gemeinsamen Erklärung der Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, der Niederlande und Japans vom Donnerstag hieß es, die Angriffe auf Schiffe und Infrastruktur einschließlich Öl- und Gasanlagen sowie die „faktische Sperrung der Straße von Hormus durch iranische Kräfte“ werde „auf das Schärfste“ verurteilt.

Die sechs Staaten riefen den Iran auf, „seine Drohgebärden, das Verlegen von Minen sowie Drohnen- und Raketenangriffe und andere Versuche“, die Meerenge für die Handelsschifffahrt zu blockieren, „sofort einzustellen“. Ein derartiger Eingriff in die internationale Schifffahrt und die Störung weltweiter Energieversorgungsketten stelle „eine Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit“ dar.

Die sechs Staaten erklärten, sie seien bereit, „einen Beitrag zu geeigneten Anstrengungen zu leisten, um eine sicherere Passage“ für Schiffe zu gewährleisten. Sie begrüßten in der Erklärung „das Engagement von Staaten, die vorbereitende Planungen durchführen“.

Seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar ist die Straße von Hormus, durch die für gewöhnlich rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, für Schiffe mit Verbindungen zu den Aggressoren gesperrt. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von iranischer Seite kontrolliert. Die Blockade gegen Schiffe mit Verbindungen zu den USA und Israels ließ die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen. Handelsschiffe anderer Länder dürfen die Straße passieren. Aufgrund des Krieges ist die Durchfahrt allerdings riskant.

US-israelischer Angriffskrieg gegen den Iran

Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgen auch in zivilen Wohngebieten.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums töteten Israel und die USA bisher mindestens 1.444 Menschen im Iran. Mehr als 18.550 Menschen wurden demnach verletzt.

Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Offizielle Stellen meldeten bisher mindestens 109 Tote und Tausende Verletzte.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen