Streumunition für Ukraine: UN-Chef kritisiert USA
Die USA wollen an die Ukraine Streumunition liefern, die als besonders gefährlich für die Zivilbevölkerung gilt. UN-Generalsekretär Guterres verurteilte die Entscheidung und fordert ein Ende des Einsatzes der umstrittenen Geschosse.
Die USA wollen nach eigenen Angaben international geächtete Streumunition an die Ukraine liefern. / Photo: DPA (DPA)

UN-Generalsekretär António Guterres hat die Entscheidung der USA kritisiert, der Ukraine im Krieg gegen Russland Streumunition zu liefern. Guterres wolle nicht, „dass weiterhin Streumunition auf dem Schlachtfeld eingesetzt wird“, erklärte ein Sprecher Guterres am Freitag kurz nach Bekanntgabe der Entscheidung durch die US-Regierung. Washington hatte zuvor bestätigt, dass die von vielen Ländern geächtete Munition Teil eines neuen Rüstungspakets für die Ukraine sei.

Die Streumunition sei als „Brücke“ gedacht, um den derzeitigen Mangel an Artilleriemunition zur Verteidigung gegen russische Angriffe und zur Fortsetzung der ukrainischen Gegenoffensive auszugleichen, hatte dazu der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, gesagt. Die Ukraine habe schriftlich versichert, dass die Streumunition „sehr vorsichtig“ eingesetzt werde, um „jedes Risiko für Zivilisten zu minimieren“.

Streubomben setzen dutzende oder sogar hunderte kleinere Sprengsätze frei, von denen viele nicht sofort explodieren. Sie können also noch lange nach ihrem Abwurf Menschen töten oder verletzen und sind deswegen eine besondere Gefahr für die Zivilbevölkerung.

Ein 2010 in Kraft getretenes internationales Abkommen - das sogenannte Oslo-Übereinkommen - verbietet Herstellung, Lagerung, Einsatz und Weitergabe von Streumunition. Allerdings sind weder die USA noch die Ukraine dem Abkommen beigetreten, ebensowenig wie Russland. Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine setzen beide Kriegsparteien Streumunition ein.

AFP